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  1. #1

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    Frage Heizungswasser graue Färbung

    Hallo,

    Neubau, DHH, 3 Geschosse mit FBH, plus ein Kellerraum mit FBH. Jedes Geschoss ca. 50 qm. Gesamt 235 Liter Wasser im Heizkreis.
    WOLF-Gastherme 20 KW, Mischanlage ohne Edelstahl. Ausdehnungsgefäß. Neubefüllung nach Falschbefüllung mit VE Wasser mit JUDO Mobile Heizungsbefüllungsanlage JMHB-RO.

    Nach einem Jahr wurde jetzt ein aktueller Härtegrad 4, aktuller ph-Wert 9 gemessen. Farbe: grau-metallisch, Geruch: geruchlos.
    Als Ursache der Einfärbung wurde ein fehlender Magnetitabscheider ermittelt.
    c) Kann ein Magnetitabscheider ein weiteres Ansteigen des ph-Wertes verhindern und gar normalisieren (7) oder muss hier erneut das Heizungswasser getauscht werden?

    Danke Tom
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  2. Heizungswasser graue Färbung

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  3. #2
    Themenstarter

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    Frage

    Die Mischanlage (ohne Edelstahl) wurde wie oben beschrieben mit VE Wasser befüllt. Da unterschiedliche Meinungen zum richtigen Nachbefüllen bei Heizungsbaufirma und bei Heizungswartungsfirma existieren, die Frage:

    Anhand welcher Kriterien finde ich heraus ob die Nachfüllstation vom Typ HWE = Enthärtung oder vom Typ HVE = Vollentsalzung sein muss?

    Danke Tom
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  4. #3
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    Wieso glaubt jeder dass Umlaufbrühe in metallischen Systemen farblos sein und bleiben MUSS ?
    Was ist Härtegrad 4 ?
    Hast ne Resthärte von 4° dH oder vergleichbar mit der Waschmaschineneinstufung über 14°dH ?

    PH-Wert 9 ist z.B. schädlich, wenn Aluminiumbauteile vorhanden sind.
    In dem Fall sollte der PH-Wert nicht höher als 8,5 sein.
    Es sollte also der PH-Wert etwas angehoben werden.
    Die Graufärbung könnte von gelöstem Aluminium (Kesselgrundkörper aus Alu) herrühren,
    wobei eine gewisse Färbung des Füllwassers immer Auftritt.

    Bei demineralisiertem Wasser sollte zusätzlich der elektrische Leitwert geprüft werden und bei Aluminiumbauteilen in der Anlage der PH-Wert auf einen Wert von 8 bis 8,5 eingestellt werden.

    Ganz grundsätzlich halte ich von Nachfüllstationen absolut gar nichts.
    Eine Heizungsanlage ist ein geschlossenes System und braucht bei korrekter Auslegung nicht alle Nase lang nachgefüllt werden. Normalerweise ist nach dem ersten halben Jahr, wenn die Anlage ausgegast hat und ggf. nochmals nachgefüllt wurde über Jahre ein Betrieb ohne Nachfüllen ganz normal.

    Enthärtetes Wasser hat einen erhöhten Salzgehalt, dadurch eine höhere elektrische Leitfähigkeit, behält aber seine Pufferkapazität, heisst der PH-Wert wird sich nicht so extrem in Richtung alkalisch nach dem Ausgasen verschieben.

    Das ganze Thema ist in Detailbereichen etwas komplexer als es in den Werbeprospektchen dargestellt wird.
    Es gibt keine Universallösung nach dem Motto : Einmal gemacht alles gut für alle Ewigkeiten.
    Es gibt nur Lösungsansätze die mehr oder weniger gut zum vorhandenenen Materialmix einer Anlage passen und wenn man sich für eine Aufbereitungsart entschieden hat, dann sollte man dabei bleiben und nicht zu einem späteren Zeitpunkt das System wechseln.

    Wenn irgendwelche Zusätze eingesetzt werden ists wichtig dass z.B. die Mindeskonzentrationen eingehalten werden.
    Sonst kanns auch hier sein, dass gegenteilige Effekte auftreten und mehr Schaden als Nutzen erzielt wird.

    In einem großen Bereich ist die Frage welche Wasseraufbereitungsart ist die bessere eine Philosophiefrage.
    Jedes System hat Vor- und Nachteile. Zu irgend einem Zeitpunkt legt jeder Betrieb eine gewisse Marschrichtung fest, da auch gewisse Resourcen vorzuhalten sind. Doof wirds erst wenn die Systeme aufeinander treffen und wie hier dargestellt unterschiedliche Auffassungen aufeinander treffen.

    Schon auf Grund der Tatsache dass während der Gewährleistungszeitraums eine Wartungsfirma und nicht der Anlagenersteller beauftragt wird öffnet ein weites Feld für Streitigkeiten wenn ein wirkliches Problem auftritt.
    Wenn während des Gewährleistungszeitraums das Wasseraufbereitungsverfahren gewechselt wird .... ganz schlecht.
    Wer hat in dem Fall den Kittel in der Türe, wenn z.B. der Heizkessel durch nen Korrosionsschaden die Grätsche macht ?

    Heftiger Aktionismus in dem Bereich machts nicht wirklich besser.

    Wenn die Anlage mit VE Wasser befüllt wurde, dann sollte nach 1 bis 6 Monaten die Wasserqualität vom Hersteller geprüft werden und ggf. noch notwendige Maßnahmen getroffen werden, sofern erforderlich.
    Auf eine Nachfülleinrichtung würde ich verzichten, denn das legt den Grundstein für unkontrollierte Nachfüllorgien.
    Zudem hat es sich noch nicht rumgesprochen, dass bei lange ungenutzten Aufbereitungspatronen auch Problemchen ergeben können.
    Wenn ein Nachfüllen erforderlich sein sollte dann durch die Fachfirma. Das kann normalerweise im Zuge der Wartung erfolgen.

    Wichtig ist die Dokumentation aller getroffenen Maßnahmen in einem Anlagenbuch in dem ALLE Maßnahmen und Messwerte notiert werden.

    Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich Judo als Hersteller des Aufbereitungssystem zur Überprüfung des vorhandenen Zustands beauftragen und mir schrftlich die ggf. erforderlichen zusätzlichen Maßnahmen mitteilen lassen.

    Gruß
    Achim Kaiser
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  5. #4
    Themenstarter

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    Vielen Dank für die fundierten Erklärungen, die mir helfen die Zusammenhänge zu verstehen.

    Es wurden 4 Grad deutscher Härte (°dH) gemessen.

    Es beruhigt, wenn sich die Färbung unter Berücksichtigung der Gegebenheiten erklären lässt und herstellerseitig bzw. aus den Erfahrungen der Experten heraus tolerierbar ist.
    Zusätze sind übrigens laut Heizungsherstellerangaben (WOLF Gastherme CGB2) nicht erlaubt.

    Letztlich halte ich auch den Punkt für wichtig, den für meine Anlage richtigen Lösungsansatz zu finden. Wichtig, dass kein Teil durch einen Korrosionsschaden ausfällt. Und ich z.B. bei den jährlichen Wartungs-Intervallen weiß was zu prüfen und worauf zu achten ist. (Checkliste)

    JUDO hatte mir bei der Überprüfung des Heizungswassers 2014 (nach dem Austausch gegen VE Wasser) eine Nachfüllstation empfohlen: HEIFI-REPURE Entsalzungseinheit+Ersatzpatrone JHRP5000, die ich aber nie einbauen ließ und auch bisher keinerlei Wasser nachgefüllt habe. Gute Idee JUDO nochmal mit einem Heizungswassertest zu beauftragen.

    Ups - in dem Heizungswasser-Testbericht aus 2014 (einen Monat nach Erstbefüllung mit anschl. Estrichtrocknung und wegen Wasser-Braunfärbung vom Heizungsbauer beauftragt) steht etwas von Mischinstallation mit: Stahl Kupfer Edelstahl Kunststoff Aluminiumlegierung - also doch Edelstahl.?!?.
    Laut Wartungsfirma deutet die schmale rote Strichmarkierung am Heizungkreis-Rohr auf eine Mischinstallation ohne Edelstahl hin? Was kann ich glauben? Spielt das eine wesentliche Rolle?

    Danke sehr für die Hinweise zu den Themen Nachfüllstation und Logbuch.

    Der Heizungswartungsfirma meines Vertrauens empfiehlt mir einen Schlamm-Magnetitabscheider einzubauen. Kurz die Frage, ob hier etwas dagegen spricht? (außer dem Eingriff im Gewährleistungszeitraum der Anlage)

    Gruß Tom
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