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  1. #1

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    Höhe 32 cm für Firstpfette wirklich notwendig?

    Hallo,

    ich mach einen Anbau an ein bestehendes Haus, insgesamt soll das Gebäude L-förmig sein mit einem Walmdach (ein Ende Krüppelwalm).
    Seit langem wundere ich mich, dass die Firstpfette 32cm (Breite 14) hoch sein muss - im Bestand ist sie ganze 14 cm hoch (!) und
    das Dach steht seit hundert Jahren. Nun hat mir der Statiker eine Berechnung mit abschließender Visualisierung geschickt. (s. Bild),
    dazu der AUsschnitt des Werkplans. Er sagt,dass sonst die Durchbiegung am Ende (Punkt x) der Firstpfette zu groß wäre (wie in dem Bild dargestellt).
    An den Auflagern (a,b,c) ist definitionsgemäß Durchbiegung 0. x sieht mir aber wie ein freies Ende aus.

    Ich frage mich nur, warum die beiden Gratsparren des Krüppelwalms nicht berücksichtigt werden, die doch ebenfalls dafür sorgen, dass
    in x keine oder nicht viel Durchbiegung sein kann. Die Gratsparren übertragen ja die Kräfte von y und z. Hat er das übersehen?
    Durchbiegung.jpgWerkplanDG_Pfette.jpg

    Danke für sachkundige Beiträge.
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  2. Höhe 32 cm für Firstpfette wirklich notwendig?

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  3. #2

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    Deine 3 Auflager sind A, B und C (siehe Werkplan)
    Das linke Ende der Firstpfette befindet sich ca. in der Mitte des Raumes. Hat also kein Auflager. Liegt LINKS von Auflager (A), siehe 'durchbiegung.jpg'
    Trotzdem wird das nach links auskragende Ende der Pfette mit Lasten aus dem Dach beaufschlagt.
    Die Gratsparren liegen vermutlich auf dem Pfettenende auf, also nicht über einem Auflagerpunkt.
    Demzufolge ergibt das auch eine Durchbiegung am freien Ende von ca. 0,4 bis 0,75cm.
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  4. #3

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    auskragende firstpfette und dann hängen noch gratsparren dran.

    wundert mich nicht!
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  5. #4
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    Danke Olger MD!
    Ok, wenn ich recht verstehe ist die Rechnung so gemacht, als sei es ein freies Ende, das Lasten tragen muss... trotzdem wohl nicht ganz der Realität entsprechend. Außerdem frage ich mich, ob man das planerisch nicht hätte besser machen können.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Danke, Rolf.

    Trotzdem: die Gratsparren (die sich etwa mit den Mittelpfetten treffen) liegen doch im wesentlichen an den Ecken des Ringankers, deswegen ist "dranhängen" für mich irgendwie kontraintuitiv.
    Ich sehe es so, dass man wohl nicht für ein MFH nicht gleich ein FE-programm anwirft, die Auflage der Gratsparren vernachlässigt und dann kommt eben so was raus...
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  7. #6

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    der last abtrag erfolgt sowohl auf die fusspfette und in die firstpfette und auf dem gratsparren liegt auch die last der eindeckung, schnee- und windlast.
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  8. #7

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    Die Gratsparren haben im Grundriss eine (gekürzte) Länge von Y nach X und von Z nach X.
    Jeder Gratsparren hat also 2 Auflager. Auf diese Auflager überträgt er die Vertikallasten und Horizontallasten.
    Ein Anteil der V-Lasten aus jedem Gratsparren belastet also das auskragende Ende der Pfette. Und das ist in der Realität ein freies Ende.
    Weniger Durchbiegung: Walmwinkel ändern
    Keine Durchbiegung: Stütze in ca. Raummitte genau unter (X) oder kein Walm
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  9. #8

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    oder besser planen. wenn das dach nicht zum grundriss passt, kommt so etwas dabei raus!
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  10. #9
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    Zitat Zitat von PaulDiracBaut Beitrag anzeigen
    ..kontraintuitiv..
    merk

    natürlich kann man die firstpfette - rechnerisch nachweisbar - auf
    geschätzt 14/24 aus"dünnen" .. wenn der bauliche und planerische
    mehraufwand gerne übernommen wird. üblich wäre das bei weitem
    nicht, das ist so jenseits .. aber zumindest theoretisch möglich.
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  11. #10

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    Trotzdem: die Gratsparren (die sich etwa mit den Mittelpfetten treffen) liegen doch im wesentlichen an den Ecken des Ringankers, deswegen ist "dranhängen" für mich irgendwie kontraintuitiv.
    hallo
    die gratsparren liegen doch in beiden dachflächen und somit schräg ( unten tief auf dem ringanker und oben auf der firstpfette ) d.h die vertikale und horizontale last wird anteilmässig auf die firstpfette
    abgelastet.
    deine idee ist es die gratsparren quasi wie einen schrägliegenden pfoste zu benutzen um die firstpfette zu stützen.
    theoretisch möglich wenn die kräfte sauber angeschlossen ( zum teil dreidimensional) und abgeleitet werden können.
    die amschlüsse sind aber mit den gänigen zimmermannsmässigen verbindungen nur sehr aufwändig machbar gemeinsam mit einem sehr komplexen statischen nachweis. z.b. in deinem fall würde der ringanker am oberen gratsparrenfuss zusätzlich durch eine h-last beansprucht.
    siehe mls.
    gruss aus de pfalz
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  12. #11

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    Zitat Zitat von gunther1948 Beitrag anzeigen
    deine idee ist es die gratsparren quasi wie einen schrägliegenden pfoste zu benutzen um die firstpfette zu stützen. [...]
    Zitat Zitat von mls Beitrag anzeigen
    [...]zumindest theoretisch möglich.
    Bis man an den Punkt kommt, an dem das Holz anfängt zu arbeiten und zu trocknen....
    Dann müssen weitere Überlegungen her, damit aus dem schrägen Pfosten kein Zugpfahl wird....
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  13. #12

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    Bis man an den Punkt kommt, an dem das Holz anfängt zu arbeiten und zu trocknen....
    Dann müssen weitere Überlegungen her, damit aus dem schrägen Pfosten kein Zugpfahl wird....
    hallo
    wieso parallel zur faser seh ich nicht das problem und quer kriegt man durch entsprechende geschweisste stahlteile oder anordnung der holzverbindungen in den griff.

    gruss aus de pfalz
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  14. #13
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    Hallo,

    vielen Dank an alle - allmählich beginne ich zu verstehen, dass die Planer hier nicht endlos herumgemacht haben sondern gewählt haben was sicher hält.
    Optimierung hat seine Grenzen. Insgesamt werde ich als Bauherr, wenn ich mir die Massivität von Neubauten betrachte, den Eindruck nicht los, dass die Gravitationskonstante in den letzten Jahrzehnten doch zugenommen hat und nicht ab - wie Paul Dirac ja einst vermutet hatte :-)
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Zitat Zitat von PaulDiracBaut Beitrag anzeigen
    dass die Gravitationskonstante in den letzten Jahrzehnten doch zugenommen hat und nicht ab - wie Paul Dirac ja einst vermutet hatte :-)
    nein, der sinn für funktionale planung hat abgenommen!
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  17. #15

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    PaulDiracBaut
    Gravitationskonstante in den letzten Jahrzehnten doch zugenommen hat und nicht ab - wie Paul Dirac ja einst vermutet hatte
    hallo
    wenn der bauherr halt so ein krüppelwalm gedöns will dann hat das damit nix zu tun.
    an dem material holz hat sich im wesentlichen nix geändert.
    ob man das planerisch nicht hätte besser machen können.
    so ist das halt wenn der statikus erst nach der baugenehmigung eingebunden wird.

    gruss aus de pfalz
    Geändert von mls (17.01.2016 um 22:34 Uhr) Grund: "/" geschenkt :)
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