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Dachlasterhöhung durch Dachdämmung?

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  1. #1

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    Dachlasterhöhung durch Dachdämmung?

    Hallo zusammen,

    wir waren vor kurzem mit einem Sachverständigen in unserem potentiell neuen Zuhause. Es handelt sich dabei um ein zweigeschossiges Bauernhaus aus dem 19. Jhd. mit Satteldach, Schiefereindeckung mit Holzlattung und einer Dachneigung von rund 45 Grad.

    Wir tragen uns mit dem Gedanken das Dach innen zu dämmen und erwarteten eigentlich keine wesentlichen Probleme.

    Überraschenderweise teilte uns der Sachverständige ohne weitere Messungen und Berechnungen mit, daß das nicht geht, da sich dadurch die Dachlast zu sehr erhöhen würde. Einziger Ausweg sei ein neuer Dachstuhl.

    Unser Sachverständiger macht einen kompetenten Eindruck. Von daher wird er höchstwahrscheinlich Recht haben. Ich bin aber schon erstaunt mit welcher Schnelligkeit und ohne irgendwelche Untersuchungen er diese Aussage treffen konnte.

    Deshalb hier meine Frage: Ist es denn wirklich so, daß ich in älteren Häusern nicht mal mehr eine einfache Dachdämmung anbringen darf? Widerspricht das nicht jeder Idee von Substanzerhaltung? Wer kauft sich denn dann überhaupt noch solche Objekte? Gibt es vielleicht doch andere Möglichkeiten? Wäre eine Verstärkung des bestehenden Dachstuhls auch eine Möglichkeit?


    Vielen Dank schon mal für Eure Antworten.
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  2. Dachlasterhöhung durch Dachdämmung?

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  3. #2

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    Wenn das Dach die Dämmung nicht trägt gibt es meißtens noch andere Möglichkeiten die Tragfähigkeit zu erhöhen. Dafür würde ich mal mit einem Statiker sprechen. Was für ein Sachverständiger war das denn?
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  4. #3
    Elopant
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    Das kann statisch gemeint sein, wobei ohne Berechnungen kann ich mir das eigentlich nicht vorstellen, es kann aber auch damit zusammenhängen, mit dem Wunsch zwischen den Sparren zu dämmen, bei einer Schiefereindeckung ist meistens unter den Schiefer eine Vordeckung, meistens aus Bitumen, vom sd-Wert her relativ dicht, ohne zusätzliche Hinterlüftung wird das meistens nichts, ohne zusätzliche weitere Maßnahmen bzgl. Be- und Entlüftungsmöglichkeiten im Trauf - und Firstbereich, vielleicht hat er auch das gemeint???
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  5. #4

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    Elopant, da im Text steht Schiefer auf Holzlattung da hast doch keine Vordeckung? Kann natürlich sein dass er n Vollholzschalung meint oder da liegen Plattenware drauf. Ein Foto vom Dachstuhl würde wohl nähere Erkenntnis bringen, warum der SV sag geht nicht.
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  6. #5

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    Zitat Zitat von Bedebeer Beitrag anzeigen
    Einziger Ausweg sei ein neuer Dachstuhl.
    Da müsste der alte aber schon sehr hinüber sein. Ich kenne auch alte Dachstühle, wo die Sparren 8/10 sind, aber sowas muss für die Dämmung ohnehin aufgedoppelt werden und trägt dann gleich besser. Sollten die Pfetten allerdings auch nicht ausreichend tragfähig sein, wird unter Umständen wirklich ein neuer Dachstuhl billiger als den alten aufzurüsten.

    Ist der SV denn Statiker, oder kam die Aussage mehr aus dem Bauch? In letzterem Fall würde ich mal einen erfahrenen Statiker ranholen.
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  7. #6

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    Der Sachverständige., der diese Aussage ohne weitere Berechnung tätigt, muß echt genial sein. Ich bin ja erst wenige Jahrzehnte in meinem Beruf, aber einen Dachstuhl wegen zusätzlicher Dämmung habe ich noch nie getauscht. Wir konnten bisher, und zwar ohne größeren Aufwand, jeden Dachstuhl derart ertüchtigen, das er die Lasten tragen konnte.
    Hier zweifel ich die Kompetenz des Sachverständigen doch erheblich an. Er wird eine gute Haftpflicht haben und einen guten Anwalt
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  8. #7

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    ich will nicht ausschließen, dass er recht hat.
    Aber ich will auch nicht ausschließen, dass er mehr Verkäufer als Sachverständiger in Ihrem Sinne war...

    Am Rande: 19 Jhd. klingt schon nach einem erhaltenswertem Dachstuhl. Ich habe Respekt vor solch altem Gebälk und den damaligen Handwerkern. Und zwar im positiven Sinne und würde daher versuchen, dies mit konstruktionsgerechten Mitteln zu erhalten...
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  9. #8

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    die zusätzliche dämmung ist nur ein teil des gewichts. meist hängt auch noch zuätzliche profile, eine gk-beplankung mit dran.

    aber ohne berechnung sollte man solch eine aussage nicht machen, bestenfalls darauf hinweisen, dass die zusätzlichen lasten in einem statischen nachweis berechnet werden.
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  10. #9
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    Zitat Zitat von Alfons Fischer Beitrag anzeigen
    Am Rande: 19 Jhd. klingt schon nach einem erhaltenswertem Dachstuhl. Ich habe Respekt vor solch altem Gebälk und den damaligen Handwerkern. Und zwar im positiven Sinne und würde daher versuchen, dies mit konstruktionsgerechten Mitteln zu erhalten...
    Ein Ansatzpunkt könnten Holzfestigkeiten sein, damals wurde teilweise deutlich besseres Holz verbaut.
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  11. #10

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    ich wäre da etwas vorsichtiger, ob damals wirklich besseres Holz verbaut wurde.
    In welchen Wäldern wuchs denn damals besseres Holz als heute?
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  13. #11

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    Die Qualität des Holzes in Älteren Häusern ist meist tatsächlich erheblich höher. Bis zum WK2 wurde noch auf die Fällzeit geachtet und nur ausgesuchtes Holz geschlagen, das änderte sich dann sehr schnell. Heute wird ganzjährig geerntet und man schlägt Parzellenweise ein. Ein aussuchen von Bäumen wie früher findet nicht mehr statt. Alles was nur irgendie die Richlinien erfüllt wird eingeschnitten.
    Die unterschiede sind wirklich gewaltig
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  14. #12

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    Eine theoretische Möglichkeit ist, daß der Sachverständige das Objekt durch einen früheren Auftrag schon kennt.
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