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  1. #1

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    Estrich feucht nach kurzem Wassereintritt

    Hallo ihr Bauexperten, erstmal ein Kompliment an dieses Forum und seine Nutzer/Experten. Wirklich super, hier wurde anscheinend schon vielen geholfen. Mir auch schon etwas, aber vielleicht könnt ihr mir bei meinem Problem genauer weiterhelfen?

    Nun zu meinem Problem:
    Ich habe einen ausgebauten Keller, der zu Wohnzwecken genutzt wird. Bei einem Unwetter vor ca. 4 Wochen ist durch ein Kellerfenster mit Lichtschacht Wasser in den Keller eingedrungen und hat ihn überschwemmt. Der Keller ist gefliest, hat 25qm und die angrenzenden Keller (auch je 2x25qm) sind mit Laminat ausgelegt. In den Kellern liegt schwimmender Estrich. Das Wasser stand etwa einen Zentimeter hoch für ungefähr 2 Stunden, danach wurde mit wischen und einem Nassstaubsauger das Wasser entfernt und daran gehindert sich in die beiden angrenzenden Keller auszubreiten. An den Aussenwänden würde den nächsten Tag Feuchtigkeit sichtbar, der Putz bröckelte ab oder war Feucht (so etwa 20-30 Zentimeter hoch). Nun habe ich, nachdem mit der Versicherung über den Schaden verhandelt wurde, eine Trocknungsfirma bestellt, die über die gesamte Fläche des Kellers Feuchtigkeit festgestellt hat. Gemessen wurde an den Seitenwänden eine Feuchtigkeit von 120 unten an den Seitenwänden, etwas höher meisten circa 80 und auf einem Meter Höhe circa 40. Ab einem Wert von 80 würde eine Trocknung empfohlen. Der Putz und die Wände sind mittlerweile aber schon wieder trocken, bzw. fühlen sich trocken an. Die Firma sagt, dass eine Trocknung notwendig ist und alle Keller leergeräumt werden müssen, der Boden an je vier Stellen pro Kellerraum aufgebohrt werden muss und mit Gebläsen die Feuchtigkeit rausgeblasen wird. Nur wurde ja nur die Feuchtigkeit der Wände gemessen, aber nicht direkt die vom Estrich. Die Fliesen seien wohl trocken. Kann es wirklich sein, das durch eine 2 stündige oberflächige Überschwemmung auf einem gefliesten Boden, der Estrich unter dem ganzen Keller, der um die 130qm groß ist, richtig feucht ist und in allen Kellern getrocknet werden muss? Oder ist das nur Geldmacherei? Sollte nicht erstmal im Estrich direkt gemessen werden und dann gesagt werden, ob er getrocknet werden muss?
    Eine andere Firma, die schon eine Woche nach der Überschwemmung gemessen hatte, allerdings mit einem anderen Gerät, stellte in den Wänden unten 80 Prozent Feuchte fest und bei den Fliesen 40 Prozent. Das aber schon nach einer Woche ohne jegliche Trocknungsmaßnamen.
    Ich hoffe natürlich, das es auch ohne diese Trocknung geht, bzw der Estrich gar nicht so feucht ist, da ich sonst die 2 Keller mit Laminat komplett ausräumen müsste und das Laminat dann auch wegschmeissen kann.
    Für hilfreiche Kommentare wäre ich sehr dankbar.
    Vielen Dank schonmal fürs Lesen.
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  2. Estrich feucht nach kurzem Wassereintritt

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Kabelaffe
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    Nicht der Estrich ist feucht (bzw. dies ist nicht das Problem), sondern die drunterliegende Dämmung.
    Und dafür reichen schon weit weniger als eine mehrstündige komplette Überflutung...
    Das muß getrocknet werden!
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  4. #3

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    Zuerst einmal klären, wie Dein Bodenaufbau genau ist.
    Rohbeton, darauf Dämmung, Folie, Estrich, Laminat, außen herum Randdämmstreifen?

    Dann würde ich am Rand prüfen ob das Wasser bis zur Dämmung durchdringen konnte. Vermutlich hat das Wasser einen Weg bis auf den Rohbeton gefunden, aber das weiß man erst wenn nachgeschaut wurde.

    Gruß
    Ralf
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  5. #4
    Avatar von T9-Liebhaber
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    da muß ich mich meinem Vordermann anschliessen.
    Die beiden Firmen haben Sie wohl nicht ausführlich über die Situation aufgeklärt. Das Problem ist die Styropordämmung unterm Estrich, welche wahrscheinlich schön voller Wasser ist. Diese kann aber nicht ohne weiteres selbständig ablüften. Die Feuchtigkeit hat nur die Möglichkeit über anstehende Wände abzutrocknen, weshalb über kurz oder lang eine Schimmelbildung in diesem Bereich nicht auszuschliessen ist.
    Es ist dringend eine technische Trocknung erforderlich!
    Es sollte natürlich auch geprüft werden ob das Wasser unter den Laminat eingedrungen ist und den Estrich durchfeuchtet hat. Dieser kann ebenfalls nur bedingt ablüften (dampfdichter Bodenbelag).
    Hat der Belag schon Verwerfungen?
    Den Keller komplett ausräumen halte ich für Schwachsinn; es sollten lediglich die Wände frei sein um eine ausreichende Luftzirkulation zu gewährleisten und um die Bohrungen zu setzen.
    Falls der Laminat in Ordnung ist, kann über die Randfuge getrocknet werden. Das heisst der Bodenbelag kann erhalten werden. Fliesen können (falls kein Ersatz vorhanden) zerstörungfrei entfernt werden.
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  6. #5
    Themenstarter

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    Danke für die schnellen Antworten, das ging ja fix!

    Ja, dass das Styropor feucht ist/sein soll und dies das eigentliche Problem ist, war mir auch klar. Nachdem ich mich hier etwas eingelesen hatte. Habe ich mich wohl etwas falsch ausgedrückt. Dachte nur nicht, dass das so schnell passiert. Danke für die Info Julius!

    Also der Bodenaufbau ist so: Rohbeton, darauf Dämmung(2cm Styropor), Folie, Estrich, Fliesen in dem Keller in dem das Wasser stand, Laminat in den angrenzenden Kellern. Außen herum sind Randdämmstreifen, aber da komme ich schlecht dran, ich werde mal nachsehen ob die feucht sind. Muss ich wohl mal die Seitenverkleidung abnehmen. Auch dafür danke, Ralf!

    Die Firmen waren immer sehr in Eile, da es wohl im Moment viele solcher Fälle gibt. Und da sie auf meine Fragen immer sehr allgemein und für mich etwas ablenkend geantwortet haben, kam mir das ganze etwas komisch vor. Deswegen informiere ich mich ja jetzt hier nochmal genauer.
    Der Bodenbelag ist nicht feucht und hat auch keine Verwerfungen. Unter dem Laminat wurde noch Tritschalldämmung und eine Folie verlegt. Aber darunter fühlt es sich auch nicht feucht an, höchstens etwas kalt.
    Naja, die Firmen meinten, das Laminat kann man dann wegwerfen. Vielleicht lasse ich auch noch eine andere kommen die mich etwas kompetenter beraten. Auch ihre Infos haben mir schonmal weitergeholen, Danke T9-Liebhaber.

    Vielleicht fällt ja noch jemandem, mit den neuen Infos, was ein?
    Ich weiss, Ferndiagnosen sind immer schwer ;-) aber trotzdem bin ich für weitere Tipps dankbar und offen.
    Aber ein bisschen weiter und aufgeklärter bin ich jetzt, danke!
    Liebe Grüße
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  7. #6
    Avatar von T9-Liebhaber
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    Wenn auf dem Laminat kein Wasser stand, gibts erfahrungsgemäß keine Probleme, da zwischen Dämmung und Estrich eine Folie ist.
    Wenn Oberflächenwasser komplett in einem Raum stand ist zu 99,9 % die Dämmung drunter durchfeuchtet und mit hoher Wahrscheinlichkeit die anliegenden Räume ebenfalls. Eine Probebohrung wäre die Beste Möglichkeit dir das zu verdeutlichen. Leih dir eine Hilti aus und bohr mal ein großes (ca. 40mm) Loch. Dann holst du dir eine Staubsauger und saugst kurz an.
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  8. #7
    Bauexpertenforum
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    Bei einem Unwetter vor ca. 4 Wochen ist durch ein Kellerfenster mit Lichtschacht Wasser in den Keller eingedrungen und hat ihn überschwemmt.
    Ein Glück, daß nach der Vorstellung von DomP in Zukunft keine Unwetter mehr auftreten werden und dann das gleiche Maleur nicht erneut auftreten kann

    Denn wäre es anders, müßte man sich mal Gedanken darüber machen, ob nicht sinnvollerweise etwas gegen den vor den Kelleraußenwänden anstehenden Lastfall > mindestens aufstauendes Sickerwasser getan wird. Möglicherweise gäbe es dafür und für den bereits eingetretenen Folgeschaden sogar noch eine Gewährleistung???

    Zu Wohnzwecken genutzter Keller mit 2cm Styropordämmung
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  9. #8

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    Und ohne Dampfsperre!!!
    MfG
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  10. #9
    Themenstarter

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    So, jetzt mal ein kleiner Lagebericht.
    Ich habe an drei Stellen den Estrich entfernt, einmal mitten im Raum der überschwemmt war, einmal im angrenzenden Raum in einer Ecke und einmal in dem anderen angrenzenden Raum.
    An allen Stellen ist der Estrich trocken, so wie auch das Styropor und die Bodenplatte. Auch nicht die geringste Spur von Feuchtigkeit.
    Eigentlich müsste es ja, zumindest an einer der Stellen, feucht oder nass sein?
    Wäre sehr nett, wenn dazu nochmal jemand etwas sagen könnte.

    Die Hilti brauchte ich mir übrigens nicht leihen, mein Metabo-Bohrhammer hat mal wieder einen guten Dienst geleistet.
    Auch habe ich gleich nach dem Unwetter Maßnahmen getroffen, damit so etwas nicht nochmal passiert. Die Fenster sind jetzt auch meistens zu, wenn keiner Zuhause ist.

    Liebe Grüße und danke für die Antworten!
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  11. #10
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    Mal nach oben schieb, würde gern noch ein paar Kommentare dazu lesen.
    Danke im voraus.
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  12. #11

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    Hallo,

    vielleicht war´s doch keine "Überschwemmung", sondern nur etwas Wasser im Keller. Hast Du schon an der Stelle geschaut wo das Wasser in den Keller kam? Dort hätte es doch die Wand hinunter und in die Dämmung laufen können.

    Stand etwas Wasser auf den Fliesen, dann kann ich mir nicht vorstellen, daß dadurch Wasser bis auf den Rohbetonboden kommen konnte. Dazwischen ist ja nicht nur der Estrich, sondern auch die Folie. Dagegen spricht, daß die Wände von unten her feucht waren.

    Solange Deine "Probebohrungen" am Rand aber KEINE Feuchtigkeit zu Tage gefördert haben, würde ich einen Trockner aufstellen und die Sache beobachten.

    Die Einschätzung beruht natürlich auf Deinen Beiträgen und den darin enthaltenen Infos. Ich bin ja kein Hellseher..

    Gruß
    Ralf
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  13. #12

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    ...waren in dem gefliesten Raum evtl. Sockelfliesen verlegt, mit einer Silkonfuge zwischen Bodenfliese und Sockelfliese??? Wenn die Silikonfuge intakt waren, dann kann dort eigentlich nicht viel Wasser reingelaufen sein.
    Wichtig sind die Randfugén und die Übergänge zu den anderen Räumen, an denen es auch Fugen geben kann.
    Die Tatsache, dass an drei Stellen der Estrich und die Dämmung trocken ist, ist schon mal ganz gut, aber noch keine 100%-ige Gewähr, es kann ja sein, dass es Gefälle bzw. Unebenheiten in der Rohbetonplatte gibt.
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  14. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  15. #13
    Avatar von T9-Liebhaber
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    Zitat Zitat von JoSeb Beitrag anzeigen
    ...waren in dem gefliesten Raum evtl. Sockelfliesen verlegt, mit einer Silkonfuge zwischen Bodenfliese und Sockelfliese??? Wenn die Silikonfuge intakt waren, dann kann dort eigentlich nicht viel Wasser reingelaufen sein.
    Entschuldige, aber da muß ich widersprechen.
    Die Silikonverfugung ist erfahrungsgemäß eine rein optische Sache (Übergang Boden-Wand). Wenn der Keller bzw. ein kompletter Raum voller Wasser steht, findet die Feuchtigkeit den Weg in die Dämmschicht.
    Gut es gibt auch Ausnahmen, aber die habe ich 1x im Jahr.

    @DomP
    Hast du das Loch abgedichtet und mit dem Staubsauger mal gescheit angesaugt?

    Fotos wären toll. Sonst fällt eine Ferndiagnose noch schwieriger.
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  16. #14
    Themenstarter

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    Erstmal wieder danke für die Antworten!
    Ich habe mir jetzt mal ein Protimeter ausgeliehen und an den Wänden und in den Löchern die Feuchtigkeit selbst gemessen. An den Wänden unten zeigt es maximal 10% H2O WME an, also auf der Skala im grünen Bereich. Die Dämmung/das Styropor in den Löchern zeigt keinen Ausschlag, der Estrich auch nicht. Die Bodenplatte zeigt einen Auschlag auf ca 30-40%, orangener Bereich. Die Dämmstreifen sind auch meist bei 10% nur an ein paar Stellen bei 40%, was aber eher an der etwas undichten Betonwanne liegt und an dieser Stelle die Wand auch ca 40% Feuchtigkeit anzeigt. Direkt vor der Stelle ist die Styorpordämmung und der Estrich aber auch trocken. Also von der Wand.

    Ja in dem gefliesten Raum sind Sockelfliesen, aber nicht mit Silikonfuge sondern mit normalem Fugenmörtel.
    Angesaugt habe ich nicht, da ich ja keine runden Löcher gemacht hab, wie gesagt eins in der Mitte und am Rand des überschwemmten Raums, und je eins in den angrenzenden Räumen, ca je 10x10cm. Und dort halt alles trocken gefühlt und beim Gerät nur ein Ausschlag direkt auf der Bodenplatte. Und da auch noch im orangenen Bereich.
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