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  1. #1
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    Gast

    Frage Baugrundgutachten oder nicht?

    Hallo liebe Forumsteilnehmer (innen),

    Plane Passivhaus mit Keller. Es handelt sich um Hinterbebauung.
    Nun frage ich mich, ob ich ein Baugrundgutachten in Auftrag geben soll oder nicht.
    Habe schon Informationen von Nachbarn eingeholt, doch die sind widersprüchlich. Der eine hat Wasser im Keller, der andere nicht.
    Der Boden sieht auch leicht lehmhaltig!(Achtung Baulaie!!)
    Habe mir hier vier Kostenvoranschläge geholt, die Preisspanne liegt zwischen 750 und 2000 Euro, wobei der eine mehr anbietet, als der andere.
    Fragen:
    1. Sollte man sicherheithalber eins machen lassen?
    2. Wenn ja, welche Kennzahlen sind wichtig?(Statik, Versickerungsfähigkeit des Bodens , Grundwasser)
    3. Habe auf dem Grundstück einen Baum ausgegraben, das Loch hat schon eine Tiefe von 1,5m. Sollte ich noch ein bißchen weiter buddeln um Grundwasserspiegel herauszufinden oder bringt das nichts?


    Vielen Dank im voraus
    Holger
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  2. Baugrundgutachten oder nicht?

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  3. #2
    Bauexpertenforum Avatar von Josef
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    Der Statiker kann anhand des Bodengutachtens die Bewehrung des Bauwerkes auf die Gründungsdaten einstellen ... daß heisst das NUR eingebaut wird was erfoderlich ist (!) ... Gibt´s kein Bodengutachten dann wir einfach ein
    Wert zugrundgelegt ... Klar das man dann auf Nr. Sicher geht ? ... auch klar das diese Bewehrung dann etwas üppiger ausfallen wird ? ... und genau dann würde sich das Bodengutachten bezahlt machen (!) ... ca. 1 Tonne Bewehrung kostet so ein Bodengutachten ... ABER ne Tonne ist Nicht´s wenn die Bewehrung geschätzt wird (!)

    MfG
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  4. #3
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    Vielen Dank, da kann ich was mit anfangen
    Holger
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  5. #4
    Gast
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    noch was auf die Schnelle

    Auch von mir ein klares Ja zum Bodengutachten. Im Gutachten wird der anzusetzende Wasserstand angegeben. Das ist für einen Bau mit Keller nicht uninteressant, da nur dannach der Lastfall für die Abdichtung festgelegt werden kann.
    MfG
    E. Brunn
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  6. #5
    Bauexpertenforum Avatar von Josef
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    Klar Hr. Brunn (!) das war ein wichtiger Hinweis mit der Abdichtung ... ABER es geht noch weiter wenn Sie Ihr Gewerk ausschreiben (vergeben) dann können Sie auch sichergehn das Sie der Ausführende NICHT über den Tisch ziehn kann (!) ... Stichwort "Weisse Wanne als Nachtrag" mit Aufpreisen wo man sich schon nen S-Klasse Wagen kaufen kann"

    MfG
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  7. #6
    Gast
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    Hallo Holger,

    ich weiß nicht aus welcher Region Du kommst, aber die Preise für das Bodengutachten erscheinen mir zu hoch!!

    Bei uns in Berlin und Umgebung zahlt man für ein Bodengutachten für ein EFH (2- 3 Bohrungen) zwischen 400 und 600 €, vielleicht solltest Du noch weitere Angebote einholen.

    Grüße aus Berlin, Corinna
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  8. #7
    Profi Benutzer Avatar von Markus Gräfe
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    Da muß ich Corinna recht geben. Hier im Rhein-Main Gebiet war das ganze vor einem Jahr für DM 1.000,00 zu bekommen. Ich würde mich auf die wichtigsten Kenngrößen beschränken Grundwasserpegel, Tragfähigkeit usw.) um die angesprochenen Punkte einschätzen zu können. Damit dürfte das Gutachten wohl günstiger zu bekommen sein.

    Gruß, Markus
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  9. #8
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    kann noch einer billiger?

    die frage ist natürlich, wie aussagekräftig ein bodengutachten überhaupt ist - und sein soll.
    mir reicht die angabe von zul. spannungen nur, wenn die sehr viel höher sind, als erforderlich.
    sonst sind -u.a.- verformungen zu ermitteln, das geht NICHT mit den vom bodengutachter vorgegebenen bodenwerten - ausser man bezeichnet "hänsel+gretel" als "statik", wenn nur ein statikdeckblatt vorgeheftet ist.
    je schlechter der baugrund wird, desto besser müssen gutachten und gutachter sein - da kann dann eine reihe von nachfragen nörgelnder tragwerksplaner auftreten ;-)
    andersrum ist nur so eine einigermassen sichere und immer noch wirtschaftliche ausnutzung des baustoffes "baugrund" möglich.
    deshalb:
    den baugrund kann man sich oft nicht aussuchen, ich hab´s schon mal geschrieben: die filetstücke sind weg.
    aber den baugrundgutachter kann man sich sehr wohl aussuchen und ob da der billigste der beste ist?
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  10. #9
    MAB
    Gast

    Meiner ist teurer

    Früher hat der das auch noch für 1.000 bis 1.500 Mack gemacht.
    Und jetzt hat er die Preise gehalten, nur ein Euro-Zeichen hintergemalt
    Im Ernst, auf Halbgares läßt der sich nicht mehr ein. Er macht mindestens, aber auch allermindestens 5 Probebohrungen. Und die je nach Befund sogar richtig tief.

    Markus, was nutzt Dir die Aussage 200 MN/m² wenn es einen Meter tiefer auf der einen Seite des Hauses ne Torflinse gibt und auf der anderen ne Felsnase?

    Alles schon dagewesen.
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  12. #10
    Bauexpertenforum Avatar von Josef
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    off Topic

    trotzdem ein intersanter ABER wahrer Fall (!) ... Statiker und Geologen und eventl. kleine bescheide Bauunternehmer wissen eh das in Talsohlen meist NUR Schlick etc. zu finden wär ... und so kam es das ein kleiner bescheidener Bauunternehmer beim Vergabegespräch den Bauherr riet ein Bodengutachten für einen solchen Bereich machen zu lassen ... selbstverständlich wurde dieser Bauunternehmer aus der Wertung genommen "Klugscheisser & Co etc." ... schnell fand man einen aufgeschlosseren Bauunternehmer und vereinbarte:

    Aushub bauseits durch die Spezis des Bauherrn ... schon beim Aushub versank der Radbagger bis zum Kranz im Erdreich ... kein Problem dachten ALLE beteiligten dann heben wir einfach 30cm mehr aus und bringen da ne Kapillarschicht mit "Wandkies" ein ... soweit so gut dann hat man angefangen zu bauen ... Beim Mauern der Erdgeschosswände stellte man fest das das Bauwerk nach Süden hing ... naja Maßtoleranzen bei Keller dachte man und baute weiter ... im Obergeschoss stellt man fest das das Bauwerk nun nach Westen hängt ... naja kann ja mal passieren und man baute munter weiter ... naja irgendwann kam der Fensterbauer "a ganz a gnauer" und der stellt fest "Das ganze Haus hängt jetzt nach Norden" ... Langsam ist dann wohl ein Lichtlein aufgegangen denn plötzlich wurde das gesamte Haus horizontal NEU vermessen ... JA was da wohl rausgekommen war ? ... naja ein paar Tage später wurden 4 Bohrungen durch einen guten Bekannten von mir vorgenommen ... ich glaub bei dem steht auf der Visitenkarte "Baugrundgutachten" ... 12 tief musste er runter bis einen tragfähigen Boden vorfand ... ahja zwischendrin war´s NUR etwas Torf ... ein paar Wochen später rollte schweres Gerät an ... die grossen fetten Bagger mit den Stahlrohren Durchmesser ca. 60cm ... ich glaub man nennt das Pfahlgründung ... Seite für Seite hat man sich da durchgefressen ... Gut gelle ? ... naja ABER es geht weiter ... DENN aussenrum haben sie jetzt ne saubere Gründung hinbekommen die sie Auch sauber mit dem Bauwerk verbinden konnten ... "JA NUR WENN da" nicht der Bauunternehmer in seine eigene Tasche gewirtschaftet hätte und die versprochene bzw. in Rechnung gestellte Wu-Konstruktion mit 2 fetten Lagen Q513 30cm starke Bodenplatte selbst runtergesetzt hätte dann hätt vielleicht ja alles gepasst ?... JA was wird dann wohl passiert sein ? ... ich glaub des nennt man Grundbruch ... ahja Bohrungen dannach in die besagte Bodenplatte ergab ne Stärke von ca. 16-18cm und 1 Lage Bewehrung ... und wo wird die Bewehrung wohl gelegen sein ? ... Mittlerweile ist Gras über die Geschichte gewachsen ... vor ein paar Jahren wurde gerichtlich angeordnet das Gebäude wegen Einsturzgefahr zu entfernen ... und da wo früher mal dieses Häuschen stand fressen heute Schafe Gras von der Wiese (!)
    -
    Und was lehrt uns diese (wahre) Geschichte ?????


    MfG
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  13. #11
    MAB
    Gast

    Das lehrt uns

    daß der alte Spruch nicht mehr stimmt: "Schreiner arbeiten auf den Millimeter, Zimmerleute auf den Zentimeter und Maurer müssen aufpassen, daß die auf dem Grundstück bleiben"
    Hier wollten die wohl Pisa nach Norden versetzen?

    Die Betonierer und Maurer waren wohl noch auf dem grundstück, aber der Dachdecker brauchte wahrscheinlich schon ein Visum
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