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  1. #1

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    Die Ökonomie des Kellers 101 - wo ist der Denkfehler?

    Im Hinblick auf spätere geschossweise Trennbarkeit und Altersgerechtheit soll der Eltern-Trakt ins EG, womit die EG-Grundfläche so groß wird, dass die ökonomisch sinnvolle Beschränkung auf die nötige Wohn-/Nutzfläche praktisch nur mit konstruktiv anspruchsvolleren und mithin teurerem Baukörper zu reallisieren wäre (Teilunterkellerung,Teil-OG [Flachdach]) - oder eben kellerlos, dafür größeres EG/OG. Hinreichend Kellerersatzfläche durch Nebengebäude scheidet aus (Bebauungsplan, Grundstücksgöße).

    Eigentlich bin ich - "mit" groß geworden - klar Keller-Fan: Der Fitnessraum ist kühl und auch im Hochsommer ohne Kreislaufprobleme benutzbar, das Gästezimmer ist ein schön ruhiger Rückzugsraum und/oder Arbeitsplatz, das Bier schmeckt zur Not auch mal ohne vorherigen Kühlschrankaufenthalt, die Waschmaschine ist im Wohmbereich nicht zu hören, und an der Werkbank kann die Stichsäge laufen, während die Kinder im OG Hausaufgaben machen.

    Ich habe unseren Bedarf mal analysiert: Abgesehen von einem ruhigen Arbeits-/Gästezimmer (15m²) mit Wohnraumqualität (beheizbar, Tageslichtböschung und normale Fenster), würde ich ca. 50-55m² Kellerfläche benötigen, für die auch rohe Betondecke, billiger PVC Bodenbelag und weitgehend auch unverputzte Wände reichen würden:

    - HWR (Waschmaschine, Wäscheleinen, Vorräte Essen/Getränke)
    - Technik (Hausanschlüsse, KWL, Wärmepumpe)
    - kleine Werkstatt (Werkbank, Werkzeug und Geräte, Werkmaterial)
    - Fitnessraum mit "Gerätepark"
    - Abstellraum (für "der Rest" von Winterklamotten und Gummistiefeln über Autoreifen und Holzlatten bis zu altem Spielzeug und künstlichem Weinachtsbaum)

    Als Pro-Keller-Argument wird i.d.R. angeführt, dass der m² gewonnene Fläche im Vergleich zu "nur Bodenplatte" sehr günstig ist - vorausgesetzt, es ist ein einfacher Nutzkeller ohne Wohnraumqualität.

    Ich frage mich, ob das Argument noch haltbar ist, wenn man genauso anspruchslose Räume ins OG verlagert. Denn eigentlich ist ja nur der Ausbau betroffen: gut gedämmte Bodenplatte und Kelleraußenwände (KfW55 Pflicht) braucht der Keller genauso, und Wasserdichtheit gibt's auch nicht umsonst - d.h. die Außenwände sind letztlich nicht billiger als oberirdisch. Dazu noch Kosten für Erdarbeiten, Abtransport und Deponie. Auf Sichtqualität an Decke und Wänden, viele Steckdosen, Heizung und ordentlichen Bodenbelag kann ich auch oberirdisch verzichten. Einen großen Abstellraum kann man auch ohne teure Dreifachverglasung fensterlos ins Zentrum des OG-Grundrisses legen.

    Kurzum: Ist ein wasserdichter und gut gedämmter Keller überhaupt noch billiger, wenn man die benötigten Räume in billigster "Nutzkeller-Qualität" auf EG/OG aufteilt? Und ich meine tatsächlich die Räume verlagern, also nicht auf m² verzichten oder frostgefährdete Nebengebäude.
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  2. Die Ökonomie des Kellers 101 - wo ist der Denkfehler?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Lass dir doch 2 Angebote machen. Wir haben mit Keller gebaut, da ich nicht so viel Grundstück zu bauen wollte. Manch anderer waere mit 40qm weniger Garten zufrieden.
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  4. #3

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    Auf einen Keller zu verzichten ist nicht nur eine Frage des Geldes aondern auch eine Frage des Platzes. Zumindest wenn, wie bei dir, die Gesamtfläche nicht kleiner werden soll. Wie gut sich die Kellerräume auf die oberen Stockwerke aufteilen lassen hängt davon ab wie groß welche Räume werden sollen. Denn der Großteil der Räume macht im OG wenig Sinn. HWR (ohne die Vorräte), Gästezimmer und einen Teil des Abstellraums kann nach oben, alles andere würde ich aus diversen Gründen im EG lassen. Wobei natürlich eine Speisekammer direkt neben der Küche auch was für sich hat.

    Was ein Keller kostet hängt auch davon ab, wie der Boden beschaffen ist. Pauschal kann man nicht sagen, ob sich der Keller rechnet. Sofern ihr also keinen probelamtischen Untergrund habt würde ich dem Architekten erst mal freie Hand lassen was Keller ja/nein angeht (bzw. bitten zwei Varianten mit und ohne Keller zu planen). Wenn allerdings jetzt schon euer EG deutlich größer als das OG ist könnte das schwierig werden wenn dann noch mal 40m2 Keller im EG und nur 20m2 Keller im OG dazu kommen. Eventuell ist dadurch das Haus ohne Keller teurer als mit.
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  5. #4
    Inkognito
    Gast
    Der Wiederverkaufswert ist mit Keller gegebenenfalls höher.
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  6. #5
    Themenstarter

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    ich wollte nicht nochmal die pro und contra Argumente hören, die bereits überall zig fach stehen, sondern auf einen etwas konkreteren Aspekt hinaus. Ich hätte wohl die Vorgeschichte weglassen und abstrakt fragen sollen...

    Es ging mir um die seltsame Logik:

    Wenn doch (A) Keller angeblich so günstig ist, dass aber nur

    wenn (B) nichts drin ist (Sanitär-, Elektroleitungen, ordentlicher Bodenbelag, Farbe an der Wand, ...),

    dann müsste es doch (abgesehen von ein wenig mehr Fläche für Bodenplatte und Dach, dafür aber eingesparten Kosten eines gut gedämmten Kelers) fast genauso günstig sein, derartige "Rohbau-artige" Räume als Mehrfläche auf EG und OG zu verteilen.
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  7. #6
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    Zitat Zitat von Muppet Beitrag anzeigen
    .. Pauschal kann man nicht sagen, ob sich der Keller rechnet..
    das ist der knackpunkt .. alles andere ist glaskugeln für profis.
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