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  1. #1

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    Kosten-Nutzen Abwägung, oder am falschen Ende gespart?

    Mich würde mal interessieren in wie weit solche Überlegungen auf die Individuellen Planungen eines Architekten oder auch eines Planers eines GÜ Einfluss haben.

    Beispiel:
    Wie bei den meisten Bauvorhaben steht das Budget fest. Das angestebte Ziel ist KFW60.

    Erreichen lässt sich dies bei vergleichbaren Kosten einerseits durch eine sehr gut isolierte Außenhülle mit normaler (Brennwert) Therme oder mit einer Holzpellet-Heizung (dank niedrigerem Primärenergiebedarf kann die Gebäudehülle "schlechter" ausfallen und wird dies bei festgesetzten Budget wahrscheinlich auch)

    Die erwartete Lebensdauer beider Heizungsanlagen kann jeweils mit 20Jahren angesetzt werden. Der Besitzer von Variante A hat dann immer noch die bessere Außenhülle (und rüstet dann vielleicht auf Pelletheizung um und "verbessert sich dadurch) der Besitzer von Variante B muss auch eine neue Pelletsheizung kaufen da er ansonsten in Zukunft schlechter da steht...

    Beispiel 2 (im Bekanntenkreis):
    Ein KFW60 Haus wird gebaut
    Randbedingungen:
    -Gas-Therme mit Solarunterstützung
    -zentrale Kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung
    -Kamin im WZ

    -EG mit Fußbodenheizung
    -DG mit konventionellen Heizkörpern (somit ist ein Großteil der möglichen Vorteile der Fußbodenheizung schon zunichte gemacht)

    =>Ergebniss: Der BH ärgert sich im nachhinein daß er im EG überhaupt Fußbodenheizung verlegt hat (=>unnütze Kosten) da diese, außer im Badezimmer selbst letzten Winter bei Temperaturen unter -15°C nie!!! angeschaltet war. Die gesamte Beheizung der Wohnräume hat über die Be-/Entlüftung und den Kamin stattgefunden => Wurde hier bei der Planung/Wärmebedarfsermittlung geschlampt, hätte man den BH nicht evtl. darauf hinweisen sollen dass die FBH im Grunde genommen unnötig ist?!

    Das sind jetzt mal zwei Beispiele aus einem Bereich in dem ich mich als Laie etwas besser auskenne da ich eine Energieberaterin im Bekanntenkreis habe mit der ich mich gerne über Sinn und Unsinn bestimmter Ausführungen unterhalte.

    Es würde mich freuen wenn hier weitere Beispiele genannt werden könnten bei denen es möglich gewesen wäre entweder Geld zu sparen oder für vergleichbares Geld einen besseren Gegenwert zu erzielen.

    Gruß Schall
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  2. Kosten-Nutzen Abwägung, oder am falschen Ende gespart?

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  3. #2

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    Hallo "Schall"; was nützen Beispiele?
    Allein das angeführte Beispiel mit dem Kamin setzt voraus: Holz immer verfügbar; es ist immer jemand im Haus, der den Kamin in Gang halten kann. Was ist, wenn beide Voraussetzungen mal nicht zutreffen? Dann hat die Bedarfsberechnung nicht geschlampt, sie ist sicher korrekt; denn die Zusatzheizung Kamin kann doch wohl kaum als stabile Größe eingesetzt werden.
    Pellets: heute der "Renner"; hohe Nachfrage treibt den Preis hoch, irgendwann wird ermittelt, dass diese Heizart ebenso wenig kostengünstig ist wie der Elektroofen.
    Be-/Entlüftung heizt kein Haus! Wir haben unsere auf wenige Stunden begrenzt, wenn wir selbst kaum "Gestank" produzieren, dann ist das möglich und die Wärme bleibt im Haus, so es gut gedämmt ist.
    Wenn Planspiele betrieben werden, dann bitte richtig und mit allen Varianten, auch mit den negativen Einzelpositionen wie zum Beispiel, dass niemand in der Lage ist, einen Ofen zu beschicken. Alle Solaranlagen zur Warmwasserbereitung verlieren ihre Wirkung, wenn "wolkige Zeiten" anbrechen, also die Sonnenscheindauer sich nachhalig verändert.
    In diesem Sinne
    Gruß aus Fuldatal
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  4. #3
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    Das der Wärmebedarf korrekt ermittelt wurde bestreite ich nicht, ärgerlich ist halt in diesem Beispiel nur der "Planungsfehler" mit der unnützen FBH. Hier hätte durch die Verwendung konventioneller Heizkörper einfach nur Geld gespart werden können...
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  5. #4
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    beispiel 1 .. da muss man allmählich nix mehr sagen, ausser:
    schön. noch einer, der´s kapiert hat

    beispiel 2 .. ist dagegen schall und rauch.
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  6. #5

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    Zitat Zitat von schallundrauch Beitrag anzeigen
    über Sinn und Unsinn
    Das kann ein langer thread werden, und am Ende gibt es immer noch kein Ergebnis. Warum? Weil man nicht so einfach in Sinn und Unsinn aufteilen kann.

    Was heute Unsinn ist, kann in einigen Jahren schon sinnvoll sein. Ich denke dabei beispielsweise an das Haus das meine Eltern gebaut haben. Damals hat im ganzen Baugebiet noch kein Mensch an Fassadendämmung gedacht. Da wurden max. 2cm Innendämmung vorgesehen.
    Aber 1 Nachbar hat damals schon 6cm Fassadendämmung anbringen lassen.

    Der wurde natürlich für verrückt erklärt, immerhin hat er dafür ein paar Tausend DEM investiert, und das bei einem Ölpreis von gerade mal 10Pfg. pro Liter.
    Aber seine Fassade hatte damals schon einen U-Wert deutlich unter 0,5W/m2K, während der Rest der Nachbarn satt über 1W/m2K lag.

    Aber war er wirklich verrückt? Heute, nach gut 35 Jahren, kostet der Liter Heizöl mal locker 70Ct./Liter, wobei in kleineren Mengen auch schon mal 1,- € aufgerufen wurden.
    Seine Fassade hat aber immer noch einen U-Wert unter 0,5W/m2K, und die etwa 2.000,- DM (genauen Preis müsste ich erfragen) Investition von damals sind schon längst vergessen.

    Aus damaliger Sicht vielleicht Unsinn, aber aus heutiger Sicht.....

    Ich frage mich jedoch, warum immer wieder der Sinn einer Investition hinterfragt wird. Muß man alles unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachten? So gesehen müsste man den Menschen abschaffen, denn der ist aus Sicht der Erde höchst unwirtschaftlich.

    Gruß
    Ralf
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  7. #6

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    Darf das in führenden Tageszeitungen zitiert werden Ralf?
    "Ich frage mich jedoch, warum immer wieder der Sinn einer Investition hinterfragt wird. Muß man alles unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachten? So gesehen müsste man den Menschen abschaffen, denn der ist aus Sicht der Erde höchst unwirtschaftlich."
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  8. #7
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    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    Ich frage mich jedoch, warum immer wieder der Sinn einer Investition hinterfragt wird. Muß man alles unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachten?
    Welche anderen Geschtspunkte spielen denn noch eine Rolle? Sollte man nicht versuchen für sein Geld den größtmöglichen Gegenwert zu bekommen?

    Gruß Schall
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  9. #8

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    Beispiel Wärmedämmung unseres Hauses: Mindestanforderung oder höchst vertretbarer Wert! Wir wissen nur, was uns als Rente zur Verfügung steht und deswegen ein möglichst geringer Aufwand für die Heizung. Natürlich kann man rechnen: 36.000,- Euro an Dämmung eingespart, verteilt auf 30 Jahre, entspricht monatlich 100,- Euro, die an Heizkosten mehr ausgegeben werden könnten. Zinsrechnung mal vernachlässigt! Aber wer sagt, dass die eingesparten 36.000,- € in einigen Jahren noch den gleichen Wert haben oder wie sich die Heizkosten allgemein entwickeln?
    Wer kein Geld hat, der mag knapp kalkulieren, bauen und alle möglichen Folgekosten in die Zukunft verschieben.
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  10. #9
    ballycoolin
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    Heizkörper sind nicht "schick" und brauchen auch Platz... Wenn das Geld da ist, würd ich nie auf die Idee kommen, eine FBH zu hinterfragen.
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  11. #10
    Avatar von fmw6502
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    wobei eine FBH heute allerhöchstens geringfügig teurer ist, außer man gerät an einen Abzocker...

    Gruß
    Frank Martin
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  12. #11
    Avatar von alex2008
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    für schicke Heizkörper kann man locker deutlich mehr Geld loswerden als für eine FBH.

    Die Heizkörper sieht man dann (hoffentlich auch)
    Die FBH eben nicht
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  13. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  14. #12

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    Zitat Zitat von schallundrauch Beitrag anzeigen
    Welche anderen Geschtspunkte spielen denn noch eine Rolle? Sollte man nicht versuchen für sein Geld den größtmöglichen Gegenwert zu bekommen?

    Gruß Schall
    Jetzt hatte ich so einen schönen Text geschrieben, und dann verweigert mein Opera das Absenden.

    Also hier noch einmal in Kurzform.

    Das mit dem größtmöglichen Gegenwert ist zwar in unseren Genen verankert (Grundlage unserer Evolution), aber was ist der größtmögliche Gegenwert?

    Wir betrachten Wirtschaftlichkeit immer auf uns bezogen. Unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten wäre das aber ganz anders. Wir kaufen uns Dinge weil wir Spaß daran haben, weil wir Lust darauf haben, und nicht nur weil sie wirtschaftlich sinnvoll sind.

    Hausbau, Solaranlage, Gastherme, Wärmepumpe, Fassadendämmung, das alles ist wirtschaftlich betrachtet nicht sinnvoll (volkswirtschaftlich betrachtet schon).

    Gruß
    Ralf
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  15. #13

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    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    Hausbau, Solaranlage, Gastherme, Wärmepumpe, Fassadendämmung, das alles ist wirtschaftlich betrachtet nicht sinnvoll (volkswirtschaftlich betrachtet schon)....
    Ich gehe noch weiter:

    Diese ganzen kleinen Einfamilienhausbutzen sind privat- und volkswirtschaftlich sowas von unökonomisch und ein Verbrechen an der Umwelt, dass man sie eigentlich verbieten müsste.

    Aus gesamtgesellschaftlicher Sicht und unter dem Aspekt der preiswürdigsten und umweltverträglichsten Unterbringung müssten wir alle in riesigen würfelähnlichen Wohnblöcken leben. Es lebe die Platte!
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