Ergebnis 1 bis 8 von 8
  1. #1

    Registriert seit
    07.2011
    Ort
    Hannover
    Beruf
    Student
    Beiträge
    2

    Feuchtigkeit zwischen Fensterscheiben

    Guten Tag,

    ich wohne in einer ca. 90qm Reihenhauswohnung aus den 50er Jahren. In den 80ern wurden hier Fenster nach "neuem System" eingesetzt- Zweiglasige Fenster, zwischen denen sich kein "Spezialgas" befindet, sondern deren zwei Glasscheiben einfach z.B. zum Putzen getrennt werden können. Man verkaufte mir bei Bezug diese Fenster als äußerst praktisch, jedoch zeigte sich im Winter, dass sich sehr große Mengen an Kondenswasser zwischen den Scheiben absetzten. Den Winter über hat man folglich Milchglasscheiben.
    Ich verstehe das Prinzip leider nicht, vllt. können SIe mir helfen?
    Die Wärmedämmung wurde mir wie folgt erklärt:
    Die Doppelverglasung ist nicht luftdicht, d.h. kontinuierlich kann Luft zwischen den Scheiben zirkulieren.
    Im vergangenen Winter wurde zur Problemlösung auch noch ein Teil der Gummidichtung zwischen den Scheiben entfernt, angeblich war die Zirkulation unterbrochen. Daraufhin beschlugen die Fenster auch zum Raum hin, sodass ich von der Fensterbank je Fenster ein Handtuch voll Kondenswasser aufsaugen konnte...
    Ich bin sehr unzufrieden mit der Fensterlösung im Haus. Weiß jemand eine Lösung oder kann mir zumindest das Prinzip der Fenster erklären?

    Vielen Dank,
    Heidelberg
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Feuchtigkeit zwischen Fensterscheiben

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2

    Registriert seit
    11.2009
    Ort
    Magdeburg
    Beruf
    Ing.
    Beiträge
    5,102
    Das System nennt sich Verbundfenster und war früher weit verbreitet.
    Vorteil gegenüber Kastendoppelfenstern war halt, dass man mit einem Griff beide Fenster öffnen konnte und auch nur einmal im Jahr zwischen den Scheiben putzen musste.
    Der gemessene Wärmedurchgangskoeffizient betrug bei mir nur 1,8 W/m²K.

    Es gab diese Fenster mit verschraubten Teilrahmen und mit speziellen Verschlüssen.

    Letztere dichten zwischen den Teilrahmen nicht so gut ab und es kam leicht zu Kondensatausfall an der äußeren Scheibe.

    Abhilfe schafft dann eine eingeklebte Dichtung. Gut eignet sich auch eine umlaufende Silikonwulst, die noch pastös von den Rahmen zusammengedrückt wird. Auf die zweite Rahmenhälfte eine dünne PE-Folie als Trennmittel legen, damit die Rahmen nicht zusammenkleben.

    Wichtig ist, so wenig Feuchtigkeit wie möglich einzuschließen.
    Also möglichst bei sehr niedriger Luftfeuchte die Innenscheiben putzen, gut trocknen und dann zusammenbauen.

    An meinen bis 1998 eingebauten Fenstern kam es nie zu Kondensation.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3

    Registriert seit
    03.2004
    Ort
    Franken
    Beruf
    Kabelaffe
    Benutzertitelzusatz
    Werbung hier erfolgt gegen meinen Willen!
    Beiträge
    23,214
    Zitat Zitat von Heidelberg Beitrag anzeigen
    ich wohne in einer ca. 90qm Reihenhauswohnung aus den 50er Jahren. In den 80ern wurden hier Fenster nach "neuem System" eingesetzt- Zweiglasige Fenster, zwischen denen sich kein "Spezialgas" befindet, sondern deren zwei Glasscheiben einfach z.B. zum Putzen getrennt werden können.
    Seltsam. Derartige Verbundfenster (auch Wagnerfenster genannt) wurden in unserer Gegend eher von den 1930ern bis zu den 1960ern eingebaut. Ab den 1970ern dann Isolierglas. Ich hätte die Fenster daher eher in die Erbauungszeit des Gebäudes datiert. Allerdings waren die damals nur mit Falz, ohne Dichtung.

    Man verkaufte mir bei Bezug diese Fenster als äußerst praktisch, jedoch zeigte sich im Winter, dass sich sehr große Mengen an Kondenswasser zwischen den Scheiben absetzten.
    "Äußerst praktisch" würde ich nicht unterschreiben. Ziemlich gut (von Wärme- und Schalldämmung her) schon eher (wenn sie in Ordnung sind).

    Den Winter über hat man folglich Milchglasscheiben.
    Ein gewisses Beschlagen kann zeitweilig in Schlafräumen, Bad und Küche auftreten. Mehr sollte nicht sein.

    Ich verstehe das Prinzip leider nicht, vllt. können SIe mir helfen?
    Die Wärmedämmung wurde mir wie folgt erklärt:
    Die Doppelverglasung ist nicht luftdicht, d.h. kontinuierlich kann Luft zwischen den Scheiben zirkulieren.
    Im vergangenen Winter wurde zur Problemlösung auch noch ein Teil der Gummidichtung zwischen den Scheiben entfernt, angeblich war die Zirkulation unterbrochen. Daraufhin beschlugen die Fenster auch zum Raum hin, sodass ich von der Fensterbank je Fenster ein Handtuch voll Kondenswasser aufsaugen konnte...
    Jein. Sie ist nicht luftdicht, aber es sollte so wenig Zirkulation wie möglich auftreten. Daher war das Entfernen der Dichtungen Unfug! Außerdem erhöht es stark die Wärmeverluste (was sich auch in der Kondensation an der Innenscheibe zeigt).

    Bei unseren Exemplaren hat sich die beschriebene Silikon-Methode gut bewährt (keinesfalls die Trennlage vergessen!).

    Ich bin sehr unzufrieden mit der Fensterlösung im Haus. Weiß jemand eine Lösung oder kann mir zumindest das Prinzip der Fenster erklären?
    Wohnst Du da zur Miete oder hast die Wohnung gekauft?

    Achtung:
    Es könnte auch zusätzlich ein Problem mit Eurem Lüftungs- (und ggf. Heiz-)Verhalten vorliegen. Das sollte vorab ausgeschlossen werden.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4

    Registriert seit
    11.2010
    Ort
    Dkb
    Beruf
    thermische Bauphysik
    Benutzertitelzusatz
    Formularausfüller
    Beiträge
    3,722
    Zitat Zitat von ThomasMD Beitrag anzeigen
    Der gemessene Wärmedurchgangskoeffizient betrug bei mir nur 1,8 W/m²K.
    ... ein super Wert! mir erscheint dieser aber sehr optimistisch. Ich gehe bisher (und wohl auch in Zukunft) immer von 2,7 - 3,0 W/m²K aus...

    Wer hat denn da wie gemessen?

    Zitat Zitat von Julius
    Derartige Verbundfenster (auch Wagnerfenster genannt) wurden in unserer Gegend eher von den 1930ern bis zu den 1960ern eingebaut. Ab den 1970ern dann Isolierglas.
    ich kenne ein Objekt im Odenwald, wo solche Verbundfenster um 1993/1994 eingebaut wurden. Diese schon mit Dichtungen.

    Es gibt aber auch heute noch neue Verbundfenster, die gelegentlich im Denkmalschutz eingebaut werden. Vorteil sind sehr schmale Profile und Ansichtsbreiten bei Stulpausbildung, Sprossen etc...
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5

    Registriert seit
    11.2009
    Ort
    Magdeburg
    Beruf
    Ing.
    Beiträge
    5,102
    Zitat Zitat von Alfons Fischer Beitrag anzeigen
    ... ein super Wert! mir erscheint dieser aber sehr optimistisch. Ich gehe bisher (und wohl auch in Zukunft) immer von 2,7 - 3,0 W/m²K aus...

    Wer hat denn da wie gemessen? ...
    Optimistisch können Annahmen sein, niemals Messungen.
    Die kann man nur "schönen".

    Gemessen habe ich selbst im tiefen Winter mit einem Klimatherm Oberflächenthermometer.

    Mal sehen, ob ich das Messprotokoll noch finde. Ist ja schon ein paar Jahre her.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6

    Registriert seit
    11.2010
    Ort
    Dkb
    Beruf
    thermische Bauphysik
    Benutzertitelzusatz
    Formularausfüller
    Beiträge
    3,722
    @ ThomasMD: ich will das nicht bezweifeln, keinesfalls...

    aber gerade bei hohen U-Werten sind auch kleinste Einflüsse (z.B. der Übergangskoeffizient) in Ihrer Wirkung enorm.
    Ich hab selbst mal durch Messen U-Werte ermittelt. Als mir bewusst wurde, welche Unsicherheiten drinstecken habe ich auch noch zusätzlich einen oberen und einen unteren Grenzwert angegeben.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  9. #7

    Registriert seit
    11.2009
    Ort
    Magdeburg
    Beruf
    Ing.
    Beiträge
    5,102
    Zitat Zitat von Alfons Fischer Beitrag anzeigen
    ... Als mir bewusst wurde, welche Unsicherheiten drinstecken habe ....
    Das ist mir bekannt
    Ich wollte nur aufzeigen, dass diese Fenster, bei gutem Wartungszustand Werte erreichen können, die den damaligen (Mitte 90er Jahre) Isolierglasfenstern kaum nachstanden.
    Gemessen habe ich auch nur auf der Glasfläche und zwar Mitte Fenster in 1/3 der Höhe.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. #8
    Themenstarter

    Registriert seit
    07.2011
    Ort
    Hannover
    Beruf
    Student
    Beiträge
    2
    Hallo zusammen,
    vielen lieben Dank für die schnellen und zahlreichen Antworten.
    Ich wohne in dieser Wohnung zur Miete. Da dieses Problem mich nun schon drei Jahre beschäftigt, habe ich natürlich auch an Fehler meinerseits gedacht- und unterschiedliche Lüftungstechniken ausprobiert. Mittlerweile wurden in zwei Räumen die Fenster gewechselt- und seither ist hier kein Feuchtigkeitsproblem mehr aufgetreten.
    Gestern war ein Tischler da, weil die Hausverwaltung auch von falscher Fenstereinstellung ausgeht- der wiederum meinte, es die Fenster seien evtl. falsch eingebaut. So gäbe es eine "Kältebrücke", korrekterweise nenne ich es dann einmal Wärmebrücke...
    Aber ich werde die Vorschläge nun direkt weiterleiten und hoffe, dass ich dann auch wieder gewappnet bin für den Winter.

    Vielen Dank,
    Heidelberg
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen