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Thema: Erdwärme: Tiefenbohrung vs. Kollektoren

  1. #1

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    Erdwärme: Tiefenbohrung vs. Kollektoren

    habe eine frage bzgl. kosten an euch und hoffe ihr könnt mir helfen:
    wir werden eine wärmepumpe in unseren neubau einsetzen und sind derzeit noch am schwanken zwischen tiefenbohrung oder kollektoren. beide voraussetzungen wären gegeben. ich bin leicht irritiert bzgl. der kosten.
    man sagte mir, dass die kosten nahezu identisch seien. die anschaffungskosten der wärmepumpe im haus sei identisch, egal ob bohrung oder kollektor, weil von heizlast des hauses abhängig (heizlastberechnung liegt mir leider noch nicht vor).
    in unserem fall (ca. 240qm wohnfläche auf 3 ebenen, wovon sicherlich nur 2 (EG & DG) intensiv geheizt werden, KG eher minimal) nannte man uns hier ca. 12-15T€.
    zusätzlich seien die kosten für tiefenbohrung bzw. kollektoren (material & arbeitslohn) ebenfalls nahezu identisch und ebenfalls bei ca. 12-15T€.

    meine frage an euch....ist dem wirklich so? ich bin bis dato davon ausgegangen, dass die kosten fü tiefenbohrung deutlich teurer als für kollektoren seien?
    danke euch...
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  2. #2
    Bauexpertenforum Avatar von R.B.
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    Zitat Zitat von pallander Beitrag anzeigen
    zusätzlich seien die kosten für tiefenbohrung bzw. kollektoren (material & arbeitslohn) ebenfalls nahezu identisch und ebenfalls bei ca. 12-15T€.
    .
    Ohne Heizlastermittlung kann man dazu nicht viel schreiben, denn die Kollektordimensionierung (auch Tiefenbohrung) hängt natürlich maßgeblich von der Heizlast und vom vorhandenen Untergrund ab.

    12-15T€ für einen Erdkollektor sind schon ziemlich heftig. Für das Geld kann er ja einen kompletten Straßenzug umbaggern. Ich vermute, dass hier über den ganz dicken Daumen gepeilt wurde, und das noch ziemlich schlecht.

    Unterstellen wir einmal, dass das Haus ordentlich gedämmt wird, dann wirst Du bei 240m2 bei einer Heizlast zwischen 8kW und 10kW landen. Je nach Bodenbeschaffenheit bedeutet das 2 Bohrungen mit je 80-100m.
    Nun waren die Preise für Sondenbohrungen, zumindest bei uns in der Region, in den letzten Jahren etwas rückläufig. Du könntest also mit grob 60,- €/lfm rechnen, was zu einem Gesamtpreis von 10-12T€ führt.

    Die Kosten für einen Erdkollektor hängen stark von der Gestaltung des Kollektors ab, hier spielt insbesondere die Erdbewegung eine Rolle. Man muss aber nicht unbedingt die komplette Fläche ausheben, sondern es wäre auch eine Verlegung der Kollektorrohre in Gräben denkbar. Das reduziert die Baggerstunden. Was hier machbar ist hängt jedoch vom Grundstück ab.
    Unter´m Strich sollte der Kostenaufwand aber grob bei der Hälfte liegen im Vergleich zu Tiefenbohrung, und das ist schon großzügig geschätzt.

    Ich kann Dir jetzt nicht sagen, warum Dein Anbieter die 12-15T€ aus dem Hut gezaubert hat, aber vielleicht solltest Du mal nach alternativen Anbietern Ausschau halten und Dir Vergleichsangebote einholen.

    Gruß
    Ralf
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  3. #3

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    Das hängt von den Baugrundverhältnissen ab. Abgesehen von der belegten Fläche würde ich bei bindigem Boden von Flachkollektoren abraten. Das wird schon beim Aushub Pampe und lässt sich nicht wieder verdichten.
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  4. #4
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    danke euch für das rasche feedback.
    diese heizlastberechnung wollen wir jetzt schnellstmöglich angehen, da uns schon bewusst ist, dass man vorher nicht allzuviel sagen kann.
    wenn ich richtig informiert bin, kann mir diese der heizungsbauer bzw. derjenige, den ich bzgl. erdwärempumpe ansprechen werde anhand der wärmeschutzergebnisse des hauses ermitteln, oder?

    ansonsten würde mich noch interessieren, ob man sagen kann, inwiefern ein unterschied zw. erdsonde und erdkollektoren hinsichtlich effizienz, leistung etc besteht. bei erdsonde spricht man doch meist von ca 12 grad, die man dort unten antrifft - bei kollektoren (ca. 1-1,5m unter dem erdreich) von nicht ganz so hohen temperaturen...wie wirkt sich das auf den potentiellen stromverbrauch der wärmepumpe aus.
    oder erreicht man (abgesehen von gravierenden minusgraden wie vor wenigen wochen) mit beiden eine effizienz, die kein "zuschalten" notwendig machen?
    erneut danke für ein feedback & die geduld mit einem (noch)laien :-)
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  5. #5
    Bauexpertenforum Avatar von R.B.
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    Zitat Zitat von pallander Beitrag anzeigen
    wenn ich richtig informiert bin, kann mir diese der heizungsbauer bzw. derjenige, den ich bzgl. erdwärempumpe ansprechen werde anhand der wärmeschutzergebnisse des hauses ermitteln, oder?
    Ich würde mal meinen Planer darauf ansprechen ob er das leisten kann, oder wen er empfehlen würde. Ansonsten kann man diese Berechnung auch extern in Auftrag geben. Dazu müssen aber alle Details des Gebäudes (ABmessunge, Bauteile etc.) bekannt sein. Weiterhin solltet Ihr Eure Wunsch-Raumtemperaturen festlegen damit dies bei der Berechnung berücksichtigt wird.

    Zitat Zitat von pallander Beitrag anzeigen
    ansonsten würde mich noch interessieren, ob man sagen kann, inwiefern ein unterschied zw. erdsonde und erdkollektoren hinsichtlich effizienz, leistung etc besteht. bei erdsonde spricht man doch meist von ca 12 grad, die man dort unten antrifft - bei kollektoren (ca. 1-1,5m unter dem erdreich) von nicht ganz so hohen temperaturen...wie wirkt sich das auf den potentiellen stromverbrauch der wärmepumpe aus.
    Das ist bedingt richtig. Ein Kollektor der oberflächennah verlegt wird, liefert schwankende Temperaturen der Sole, abhängig von der Jahreszeit. Bei einer Tiefenbohrung kann man von relativ konstanten Verhältnissen ausgehen. "Relativ" deswegen, weil durch den Entzug durch die Sonde das Erdreich auskühlt und abhängig von der Temperaturleitfähigkeit erst wieder Wärme "nachfließen" muss.

    Ein Kollektor in 1,5m bis 2m Tiefe hat den Vorteil, dass er im Sommer bis in den frühen Winter hinein höhere Temperaturen liefert. Er regeneriert auch durch Regen deutlich schneller.

    Egal wie der Kollektor ausgeführt wird, bei knapper Auslegung funktionieren beide Varianten nicht richtig. Ein weiterer Nachteil ist, dass man eine Tiefenbohrung nur schwer wieder regenerieren kann.

    Ein Flächenkollektor hat den Vorteil, dass eine Überdimensionierung deutlich günstiger ist als bei einer Tiefenbohrung. Eine größere Fläche lässt sich meist mit moderatem Aufwand erschließen. Je nach Wetterlage ist jedoch eine Tiefenbohrung ab etwa Mitte Dezember bis vielleicht Ende März im Vorteil. Wie groß dieser Vorteil ist hängt von der Dimensionierung ab. Das kann sich in 2-5K höherer Soletemperatur bemerkbar machen.

    Nachdem aber Tiefenbohrungen nicht gerade günstig sind, wird an dieser Stelle gerne gespart, was den Vorteil zusammenschrumpfen lässt.

    Gruß
    Ralf
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  6. #6
    Avatar von Wolfgang38
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    Als leidgeprüfter Wasser/Wasser WPler hast Du auf alle Fälle die Prozesssicherheit auf deiner Seite.
    Das größte Risiko liegt m.E. momentan am Medium "Wasser".
    LG Wolfgang_________________________________
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  7. #7
    Avatar von Skeptiker
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    Zitat Zitat von Wolfgang38 Beitrag anzeigen
    Als leidgeprüfter Wasser/Wasser WPler hast Du auf alle Fälle die Prozesssicherheit auf deiner Seite. Das größte Risiko liegt m.E. momentan am Medium "Wasser".
    Als Heizingslaie verstehe ich diese Aussage nicht! Was meinst Du?
    skeptische Grüße!
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  8. #8
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    Ich würde mal meinen Planer darauf ansprechen ob er das leisten kann, oder wen er empfehlen würde. Ansonsten kann man diese Berechnung auch extern in Auftrag geben. Dazu müssen aber alle Details des Gebäudes (ABmessunge, Bauteile etc.) bekannt sein. Weiterhin solltet Ihr Eure Wunsch-Raumtemperaturen festlegen damit dies bei der Berechnung berücksichtigt wird.

    also unser architekt kann es nicht und der beauftragte statiker, der auch die wärmeschutzberechnung macht (enev 2009) auch nicht.
    ich dachte, dass das die firmen erledigen können, welche wir zwecks angebot für komplettes heizsystem (WP) ansprechen werden....aber anscheinend irre ich da, oder?
    wenn man dies extern in auftrag gibt...was kostet so etwas grob? wollen es auf alle fälle berechnen lassen, denn die bedeutung ist uns bewusst.

    hätte zudem noch eine frage bzgl. fussbodenheizung. denn damit wollen wir das haus dann ja heizen.
    a) reicht die aus der wp erzeugte wärme für alle räume aus (inkl. bad) oder macht hier das ausschliessliche heizen per FBH eigentlich eine zusatzheizquelle in bädern von nöten (wir sprechen über bäder mit max. 10qm)
    b) gibt es ein p x daumen-wert für die gesamtkosten der FBH -> also ein preis pro verlegtem qm wohnfläche, den man ruhigen gewissens ansetzen kann?
    mir wurden hier mal ca 40€/qm genannt...?!?

    erneut vielen vielen dank für feedback.
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  9. #9
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    Zitat Zitat von pallander Beitrag anzeigen
    also unser architekt kann es nicht und der beauftragte statiker, der auch die wärmeschutzberechnung macht (enev 2009) auch nicht.
    ich dachte, dass das die firmen erledigen können, welche wir zwecks angebot für komplettes heizsystem (WP) ansprechen werden....aber anscheinend irre ich da, oder?
    wenn man dies extern in auftrag gibt...was kostet so etwas grob? wollen es auf alle fälle berechnen lassen, denn die bedeutung ist uns bewusst.
    Wenn alle Daten vorhanden sind, sollte irgendwas um 200,- € ausreichen. Wie gesagt, Google ist Dein Freund.

    Zitat Zitat von pallander Beitrag anzeigen
    hätte zudem noch eine frage bzgl. fussbodenheizung. denn damit wollen wir das haus dann ja heizen.
    a) reicht die aus der wp erzeugte wärme für alle räume aus (inkl. bad) oder macht hier das ausschliessliche heizen per FBH eigentlich eine zusatzheizquelle in bädern von nöten (wir sprechen über bäder mit max. 10qm)
    Für das Badezimmer reicht die verfügbare Fußbodenfläche meist nicht aus. Hier empfiehlt es sich zusätzliche Heizflächen vorzusehen, beispielsweise eine freie Wand als Heizfläche zu nutzen. Das kommt letztendlich darauf an, welche Raumtemperatur man im Badezimmer erreichen möchte.

    Zitat Zitat von pallander Beitrag anzeigen
    b) gibt es ein p x daumen-wert für die gesamtkosten der FBH -> also ein preis pro verlegtem qm wohnfläche, den man ruhigen gewissens ansetzen kann?
    mir wurden hier mal ca 40€/qm genannt...?!?
    Das kommt darauf an, was in diesem Preis alles enthalten ist. Dämmung, Estrich braucht man ja sowieso, das wird gerne mal vergessen.

    Gruß
    Ralf
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