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  1. #1

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    Wieviel "Wackeln" verträgt ein (Fertig-)haus

    Hallo den Experten hier im Forum,

    ich habe eine Frage, von der ich nicht weiss, wo genau ich sie hier einordnen soll, daher "Sonstiges":

    Wir wohnen jetzt seit zwei Jahren in unserem Fertighaus (Passivhaus). Bis auf ein paar Trockenbau-Risse Risse an den Wand/Decken und Wand/Wand Übergängen auch sehr zufrieden. Schon spannend, daß so ein komplexes Gebilde wie ein Haus nahezu auf die kWh genau das verbraucht, was im PHPP vorher errechnet wurde...

    Aber heute was ganz anderes:

    Unser Haus steht in einem Neubaugebiet, wo jetzt direkt gegenüber von uns, durch die Wohnstraße getrennt, ein MFH mit 8 Eigentumswohnungen gebaut wird. Zur Zeit finden da die Tiefbauarbeiten statt (Diverse ziemlich große Bagger, LKW, Planierraupe).

    Einerseits haben wir jetzt einen "Live-Test", daß unser Haus ziemlich gut schallgeschützt ist, außer ein bißchen leises Brummen hört man da nicht viel, also prima.

    ABER jedesmal wenn diese schweren Fahrzeuge fahren, teilweise (Kettenfahrzeuge) über Kanten/Geländeunebenheiten kippen etc. dann entstehen Druckwellen im Boden, die bei uns das ganze Haus wackeln lassen. Je höher man ist, umso mehr, also im EG kaum zu merken, aber im 2.OG bzw. DG ganz deutlich: Der Schreibtisch an dem ich sitze wackelt, und der Wasserpegel einer neben mir stehenden Mineralwasserflasche hat eine "Amplitude" von etwa einem Zentimeter. Ein Flatscreen Computermonitor schlägt ein wenig hin und her usw.

    Konkret Frage: Muss ich mir da Sorgen machen? Oder ist das ganz normal? Wenn was kaputtgehen sollte, woran sieht man das denn (zuerst)?

    Hintergrundinfos: Im ganzen Gebiet schwerer Lehmboden, Fertighaus auf Bodenplatte, kein Keller, 30 cm Styrodur unter der Platte. Alles brettflach, also keine Hanglagen oder so.


    Vielen Dank im Voraus,
    Michael
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  2. Wieviel "Wackeln" verträgt ein (Fertig-)haus

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  3. #2

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    Zitat Zitat von MichaelOF Beitrag anzeigen
    .... und der Wasserpegel einer neben mir stehenden Mineralwasserflasche hat eine "Amplitude" von etwa einem Zentimeter.
    Wenn ich mir vorstelle, Durchmesser einer Wasserflasche um die 10cm, und auf dieser kleinen Fläche schon ein Höhenunterschied des Wasserpegels von 1cm? Da brauchst Du ja Anschallgurte für Deinen Schreibtischstuhl.

    Gruß
    Ralf
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  4. #3
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    Da brauchst Du ja Anschallgurte für Deinen Schreibtischstuhl.
    Nö so schlimm ist es zum Glück nicht :-)

    Aber die Flasche steht eben auf dem Schreibtisch und schwingt auf diesem mit, bzw. ihr Inhalt. Steht sie auf dem Fussboden, ist es weniger. Grad mal bei einer Druckwelle "getestet": Tintenfässchen auf dem Schreibtisch: Großer Ausschlag, Flasche jetzt auf dem Boden: weniger Auschlag als auf dem Tisch.
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  5. #4

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    Also das ist schon heftig.

    Wenn ich richtig gelesen habe, dann ist Dein Haus in HRB ausgeführt? Du schreibst nur "Fertighaus", aber das kann fast alles sein.

    Achtung Laienmeinung !!! Ich hätte hier bei einem Massivbau eher Bedenken (wegen Rissbildung etc.), aber trotzdem würde ich das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ich frage mich, was passiert mit dem Trockenbau? (Wandecken etc.). Vielleicht solltest Du mal bei der Firma nachfragen die Dein Haus gebaut hat, die sollten ja alle Details kennen und können Dir eher sagen worauf Du achten solltest.

    Gruß
    Ralf
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  6. #5
    Avatar von Flocke
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    Wir hatten ein ähnliches Problem in unserer früheren Werkstatt. Es handelte sich allerdings um einen Massivbau und es begann eine nicht unerhebliche Rissbildung. Der zuständige Bauleiter hat alles der Versicherung gemeldet und es wurden Rissanzeiger angebracht.
    Es ist auf jeden Fall ratsam dem Bauleiter die starken vibrationen zu melden und Ihn auf eventuelle Schäden hinzuweisen. Protokpll unterschreiben lassen für eventuelle spätere Forderungen.
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  8. #6
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    ohne dass ich jetzt Panik auslösen will, ich würde:
    • ganz schnell das ganze Haus abfotografieren, mit eingeblendetem Datum, insbesondere Wand/Deckenübergänge etc., gut ausgeleuchtet
    • sowohl dem Bauleiter als auch der Geschäftsführung die Erschütterungen melden, vorsorglich Schadensersatzansprüche anmelden und darum bitten, Maßnahmen zu ergreifen, um die Erschütterungen zu reduzieren. Das geht nämlich ganz oft, z.B. durch angepasstes Gerät.
    • Der Fa. auch anheim stellen, eine Beweissicherung für das Haus zu machen.



    das ganze jetzt vor dem Hintergrund der genannten Amplitude in der Wasserflasche.

    Grundsätzlich gibt es eine Norm, in der es Richtwerte (keine Grenzwerte!) für zulässige Erschütterungen gibt. Dann erfordert es aber einer ziemlich aufwändigen Dauerüberwachung bzgl. Erschütterungen. Ist der Straßenbau denn schon durch?
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  9. #7
    Themenstarter

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    Danke für Eure Antworten!

    Wie haben als allererstes den zuständigen Bauleiter (und GF) der Tiefbaufirma angerufen und das Problem geschildert. Ist ein Subunternehmer der Hausfirma, die das MFH baut bzw. bauen lässt. Er war zunächst recht blockierend, er "habe eine gültige Baugenehmung", "Erschütterungen seien normal und unvermeidbar" etc.

    Ich habe ihm erklärt, daß wir seinen Bauablauf keinesfalls über Gebühr stören möchten, daß wir aber glauben, das Problem sei vermeidbar. Uns ist nämlich aufgefallen, das diese Stösse nicht vom "normalen" Arbeiten (Baggern, hin und herfahren etc.) kommen, sondern nur dann, wenn der ziemlich grosse Bagger (auf Ketten, keine Räder) seine Schaufel "ausschüttelt". Hier rundrum ist im Moment überall frisch aufgetauter schlammiger, schwerer nasser Lehmboden, der wie Hefeteig an der Baggerschaufel klebt. Wenn der Baggerfahrer dann seine Schaufel z.B. über dem die Erde abfahrenden LKW durch stark ruckartiges Bewegen des Baggerarmes "ausschüttelt", dann hüpft der Bagger auf den Ketten auf und ab, in etwa wie wenn ein Kind auf einem Stuhl kippelt: Also eine Seite des Baggers / der Kette hebt sich, knallt auf den Boden zurück: Stoßwelle, andere Seite hebt sich, ... usw.

    Und genau DAS meinten wir könne man auf jeden Fall vermeiden, wenn man statt "ausschütteln" eben etwas länger baggert weil wegen des Matsches weniger in die Schaufel passt.

    Nachdem wir zusätzlich, danke Manfred Abt, die Möglichkeit Beweissicherung / Fotos etc. aufgezeigt haben, war der Bauleiter sehr schnell sehr entgegenkommend - ein Anruf von ihm bei seinem Baggerfahrer, und jetzt arbeiten sie anders, erschütterungsfreier. Nicht ganz erschütterungsfrei, aber viel, viel besser.

    Und Schäden, gleich welcher Art, ob aussen oder innen, können wir zum Glück nicht feststellen.

    Ganz nebenbei: Ich bin kein Ingenieur, aber bei den Schlägen, die die Schaufel und der Baggerarm bei diesem "Ausschütteln" gemacht haben, hätte ich mir, wenn es mein Bagger wäre, ziemlich Sorgen um die Lager/Gelenke etc. gemacht, klang sehr "ungesund". Keine Ahnung, was und wielange so ein Bagger aushält.

    Jedenfalls nochmals vielen Dank für Eure sehr zielführenden und problemorientierten Vorschläge.

    Zitat Zitat von Manfred Abt Beitrag anzeigen
    ... Ist der Straßenbau denn schon durch?
    Steht dieses Jahr an, also z.Zt. Baustrasse grob asphaltiert, wird im Endausbau gepflastert (Betonpflaster, Spielstraßen)

    Viele Grüße,
    Michael
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