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  1. #1

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    Verkehrslast im Gewerbe (Altbau)

    Hallo, liebes Forum

    Ich bin neu hier und habe mich bei Euch angemeldet, weil ich mich gerade intensiv mit einer (imho äusserst wichtigen) Thematik bezüglich Statik beschäftige, die in zwei Wochen relevant sein wird und zu der ich gerne Meinungen einholen möchte. Ich hoffe, ich bin hier richtig

    Folgendes: Meine Freundin ist gerade dabei, einen neuen Friseurladen zu eröffnen, und gestern erfuhr ich, dass die neu bestellten Stühle teilweise ein Eigengewicht von 150kg haben werden. Als ehemaliger Raumausstatter schrillten da bei mir die Alarmglocken.

    Der Raum fasst ca. 100qm der insgesamt 160qm großen Gewerbefläche. Dort sollen (neben Interieur) 8(!) solcher Stühle aufgestellt werden. Zuzüglich jeweils ein Spiegel pro Arbeitsplatz und dessen Konstruktion, was zusammen jeweils nochmal gut und gerne 100kg ausmachen dürfte (7 12x6cm-Holzbalken auf 3 Meter Deckenhöhe plus Spiegel kann man gut und gerne mit 100kg schätzen). Die Arbeitsplätze werden im Raum relativ mittig platziert (also nicht nahe tragender Wände). Ausserdem wird gerade der Boden ausgeglichen, was alleine die feste Verkehrslast (teilweise bis zu 1,5 cm Ausgleichsmasse) bereits deutlich erhöhen wird. Hinzu kommen natürlich jeweils zwei Personen pro Arbeitsplatz (Kunde und Friseur) und die Plätze stehen recht dicht beisammen (immer jeweils 2 Plätze Rücken an Rücken).

    Mein Problem hierbei ist, dass es sich um einen Altbau (Ergeschoss) handelt. In dem war früher die Deutsche Post, ich nehme also an, dass die Fläche statisch so erhoben wurde, dass sowohl Einzellasten als auch bewegliche Nutzlasten (Menschenverkehr) eingeplant wurden. ABER: das Gebäude selbst tippe ich trotzdem auf Vorkriegsbau im Fundament und ist natürlich unterkellert.

    Meine Befürchtung, die maximale Nutzlast pro QM zu überschreiten, liegt also nahe und ist berechtigt, denke ich. Denn faktisch kommen auf ca. 1 1/2 Quadratmeter so insgesamt 300kg Stühle, je nach Kunde um die 250kg Menschenmasse zuzüglich 200kg Spiegelkonstruktion. Da ich nicht weiß (und das tut mangels Unterlagen zum Gebäude niemand), wofür das Gebäude ursprünglich ausgelastet wurde, muss ich erstmal von den maximal 400-500kg ausgehen, die bei Gewerbe- und Büroflächen derzeit lt. Liste angesetzt sind. Da lägen wir jetzt doch schon ein wenig drüber (wie man die feste Nutzlast des zusätzlichen Estrichs berechnet, weiß ich nicht, aber sollte man natürlich auch nicht unterschätzen).

    Ausserdem erhält jeder Arbeitsplatz einen sog. "Boy" - also diese kleinen Wägelchen, in denen die Arbeitsmaterialien bereit liegen. Kein sonderliches Gewicht in dem Sinne, in der Summe aller Einzelteile aber sicherlich trotzdem nicht ganz irrelevant.

    Kurzum: Ich habe echt Bedenken bezüglich der Statik (zumindest auf Dauer) ... Eigentümer, meine Freundin und die den Salon ausstattende Firma scheinbar aber nicht. Übertreibe ich also? Oder sind meine Bedenken gerechtfertigt? Und falls ja: Hat jemand vllt. eine grobe Hausnummer für mich, was ein Statiker für so eine Erhebung verlangen würde? Das Budget ist inzw. extrem knapp geworden und ich möchte nicht sinnlos ins Gewissen reden, Geld für etwas auszugeben, das vllt. gar nicht nötig ist, weil ich mir umsonst Sorgen mache

    Bin für jede Anregung und jeden Kommentar dankbar

    Beste Grüße
    der Chris

    PS: In der Raummitte befinden sich auch noch zwei massive Träger von ca. 1,5qm die vermutlich eine tragende Funktion innehaben und (ebenfalls vermutlich) aus Stahlbeton bestehen.
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  2. Verkehrslast im Gewerbe (Altbau)

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  3. #2

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    750kg auf 1,5m²? Da geht´s aber eng zu.

    Was befindet sich unterhalb dieser Fläche? Ich glaube nicht, dass jemand aus der Ferne abschätzen kann, wie damals gerechnet wurde. Es erscheint mir aber sehr unwahrscheinlich, dass damals 5kN/m² angesetzt wurden, selbst wenn es um eine Gewerbefläche ging. Gewerbe bedeutet ja nicht Schwerlastverkehr wie im Industriebereich.
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  4. #3

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    also ich komme da nicht mit: grobe Rechnung: 8x150kg Stühle + 8x200kg Spiegel + 8x200kg (je 2Personen) ergibt in der Summe 4,4t, wenn ich das auf z.B. 20qm aufteile ergibt das eine Last von rd. 220kg/qm, was ich erstmal noch als unproblematisch ansehen würde. Wie kommt es nun dazu in einem 100qm großen Raum das alles auf rd. 10qm zu quetschen um so dann eine Last von 400-500kg/qm zu erreichen?
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  5. #4
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    es gibt folgende lösungsmöglichkeiten:
    . selber intensiv einsteigen. für laien schwierig
    . alte unterlagen besorgen. hilft. vielleicht
    . hoffen und beten. hilft angeblich auch
    . statiker auf die baustelle holen. hilft dem statiker
    . meinungsumfrage starten. nutzen unbekannt
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  6. #5

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    Zitat Zitat von mls Beitrag anzeigen
    statiker auf die baustelle holen. hilft dem statiker
    .......... und beruhigt die nerven des bauherrn.
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  7. #6

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    Laienmeinung:
    Wenn in Raummitte zwei derartige Stützen stehen, dann gibt es im darunterliegendern Keller sicherlich die zugehörigen Pendants!

    Und schon relativiert sich die Aussage von "nicht nahe der tragenden Wände" sehr deutlich...
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  8. #7
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von R.B. Beitrag anzeigen
    750kg auf 1,5m²? Da geht´s aber eng zu.

    Was befindet sich unterhalb dieser Fläche? Ich glaube nicht, dass jemand aus der Ferne abschätzen kann, wie damals gerechnet wurde. Es erscheint mir aber sehr unwahrscheinlich, dass damals 5kN/m² angesetzt wurden, selbst wenn es um eine Gewerbefläche ging. Gewerbe bedeutet ja nicht Schwerlastverkehr wie im Industriebereich.
    Also ich glaube, dass für Schwerlastverkehr heute ab 7kN/m2 aufwärts genormt ist ... habe die Liste aber nicht im Kopf und weiß auch nicht, wie es damals war. Büroflächen werden heute ja auch schon mit 4-5 angesetzt (wegen Tresoren etc.)

    Unterhalb befindet sich Kellergewölbe ... sowohl von den Anwohnern darüber als auch eben der Raum für den Ölkessel etc. Wobei der Zugang aber über das Nachbarhaus erfolgt, von daher kann ich es ganz schwer abschätzen, was wo genau und wie liegt.

    @Pruefhammer:

    Die Verteilung liegt an den räumlichen Gegebenheiten mit den Stützbalken und weil ja auch noch Verkaufsfläche hinzu kommt. Darum konzentriert sich das so massiv.

    Gerade nachgesehen: Das Konstruktionsvollholz für die Spiegelkonstruktion beläuft sich auf etwas unter 4kg pro Meter, also überschlagen 12kg pro Balken und das mal 7 pro Arbeitsplatz. Wir wären mit Spiegel also sogar deutlich über den 100kg pro Platz, die ich veranschlagt hatte.

    Davon mal ab: Mir ist natürlich klar, dass hier keiner eine Auskunft geben bezüglich der Frage, ob das klappt oder nicht. Zumal ja auch das Gebäude niemand kennt.

    Aber sieht das Forum es so wie ich, dass hier ein Statiker (dringend) ran sollte!? Oder würdet Ihr sagen, das ist alles noch im Bereich des Vertretbaren?

    Danke jedenfalls schon mal an alle für die Rückmeldungen
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  9. #8
    Bauexpertenforum Avatar von mls
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    pro statiker.
    der sitzt u.u. länger im auto, als das er den tatort besichtigt - aber
    manchmal kann bereits ein kurzer ortstermin erheblich zur klärung
    beitragen.
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  11. #9

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    Wie werden denn die Abwasserleitungen geführt?
    Vielleicht durch besagte Kellerdecke?
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  12. #10

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    Gewölbekeller und darüber Friseursalon?
    Sollen dann die Abwasserrohre im Außenbereich durch Dache, aufgefülltem Zwickel und Gewölbeschale geführt wereen?
    Das wird lustig! Der aufgefüllte Zwickel rieselt so schön nach.
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