Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 15 von 21
  1. #1
    Unregistriert
    Gast

    Haftung für Schnurgerüst

    Hallo,

    bei der Abnahme meines Rohbaus wurde festgestellt, dass der erforderliche Abstand zum Nachbargrundstück um ca. einen halben Meter nicht eingehalten wurde. Der Grund dafür ist, dass das BU bei der Erstellung des Schnurgerüstes einen falschen Grenzstein verwendet hat. Der "falsche" Grenzstein war gut zu sehen, der "richtige" leicht(!) mit Erde überdeckt. Dass BU zieht sich bei der Haftung nun darauf zurück, dass der Bauherr (ich) "die Pflicht hätte, die Grenzstein freizulegen".

    Alle Grenzsteine sind auf dem Plan klar abzulesen. Ich baue "schlüsselfertig".

    Wie ist denn nun die Rechts-Situation?
    Trifft mich eine Teilschuld oder muss das BU voll haften?

    Danke, ich finde zu dem Thema keine brauchbare Literatur.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  2. Haftung für Schnurgerüst

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2
    Baufuchs
    Gast

    Der BU

    hat das Bauwerk nach den genehmigten Plänen mängelfrei zu erstellen. Zu diesen Plänen gehört auch der Lageplan. Die Lage der Grenzsteine ist in diesen Plänen eingezeichnet und kann durch einfaches nachmessen in der Örtlichkeit überprüft werden.
    Mit dem Argument "sie hätten freilegen müssen" kommt der Bu m.E. wohl nicht weg.
    Der BU konnte anhand des Lageplans erkennen, dass 2 Grenzsteine im Abstand von 50cm hätten vorhanden sein müssen. Findet er an dieser Stelle nur einen Grenzstein auf, kann er nicht davon ausgehen, dass ausgerechnet der, den er sehen kann, der Richtige ist. Er muss vielmehr nach dem fehlenden Grenzstein suchen. Findet er diesen nicht, muss er den Bauherrn auffordern einen ÖbVermessungsing. mit der Wiederherstellung des fehlenden Grenzsteins zu beauftragen.
    Fall für Rechtsanwalt....
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  4. #3
    Unregistriert
    Gast
    Vielen Dank für die Stellungnahme! Sieht also so aus, als ob ich mich auf einen Rechtsstreit einlassen könnte, ohne an den Kosten kleben zu bleiben.

    Gibt es gegenteilige Meinungen?
    Sonst noch ein juristisch bewanderter Mensch im Forum?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  5. #4
    Baufuchs
    Gast

    Letzten Satz

    richtig deuten:
    Fall für Rechtsanwalt = dem den Sachverhalt schildern/Vertrag vorlegen/evtl. schon gelaufenen Schriftwechsel vorlegen/sich beraten lassen/dann entscheiden.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  6. #5
    Bauexpertenforum
    Registriert seit
    01.2004
    Ort
    NRW
    Beruf
    öbuv Sachverständiger
    Benutzertitelzusatz
    und öbuv SV für das Maurer- und Betonbauerhandwerk
    Beiträge
    10,386
    Mal abgesehen von der Fehlplatzierung des Gebäudes auf dem Grundstück. Welcher Schaden ist Ihnen entstanden? Was wollen die Behörden von Ihnen? Welche etwaigen Mehrkosten kommen auf Ihnen zu? Mir fällt es Momentan Schwer zu glauben, dass hier ein Merkantiler Minderwert entstanden ist, oder ist die Fehlplatzierung so deutlich, das hierdurch eine optische Beeinträchtigung entstanden ist?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  7. #6
    Unregistriert
    Gast
    Naja, der Ärger mit dem Nachbarn wg. nichteingehaltenen 3m Abstand!?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  8. #7
    Bauexpertenforum
    Registriert seit
    01.2004
    Ort
    Kornwestheim
    Beruf
    Bauingenieur
    Benutzertitelzusatz
    Nachdenken kostet extra.
    Beiträge
    5,636
    @Mark: So einfach kommt man dabei nicht weg, da das Baurecht und die Baugenehmigung betroffenen sind. Nun mal klären was das Baurechtsamt will, denn der Grenzabstand ist nicht eingehalten
    -> Baulast auf Nachbargrundstück?
    oder
    Streifen vom Nachbargrundstück kaufen?
    oder
    Nachtragsbaugesuch mit Befreiuung beantragen und bezahlen?

    In dem Rahmen bewegt sich die Wertefrage.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  9. #8
    Bauexpertenforum
    Registriert seit
    01.2004
    Ort
    NRW
    Beruf
    öbuv Sachverständiger
    Benutzertitelzusatz
    und öbuv SV für das Maurer- und Betonbauerhandwerk
    Beiträge
    10,386
    Natürlich hast Du Recht PeMu
    daher auch ua meine Frage
    Welche etwaigen Mehrkosten kommen auf Ihnen zu?
    Nur war von der Nachbarschaftproblematik keine Rede.
    Ich hatte mal den Fall, da wurde wegen einr falschen Zeichnung das Haus 4,0 m über die Baulinie gesetzt. Kosten waren dann nur die Befreiung beim Amt. Der AG wollte 15 Teuros Schadenersatz. Nur wofür??
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  10. #9
    Unregistriert
    Gast
    Mir geht es ja nur darum, zu erfahren, welche "Sorgfaltspflichten" ich als Bauherr gegebenenfalls verletzt habe.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  11. #10

    Registriert seit
    06.2005
    Ort
    Hannover
    Beruf
    Architekt
    Beiträge
    34,325

    Frage...

    War das Einmessen offizieller Bestandteil des Auftrags an den BU oder hat er´s mitgemacht, weil´s halt nicht anders erledigt wurde (=Verm-Büro)?
    MfG
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  12. #11
    Baufuchs
    Gast

    Es wird so werden,

    dass das Bauamt mit Forderungen -Baulast etc.- an Sie als Bauherren herantreten wird.
    GGf. können Sie dann den Unternehmer in Regreß nehmen.
    Fall für Rechtsanwalt weil:

    Der muss den Bauvertrag prüfen, was dort zur Gebäudeabsteckung Schnurgerüst geschrieben steht. Im übrigen VOB Teil B §3 Satz 2+3:
    "Das Abstecken der Hauptachsen der baulichen Anlage, ebenso der Grenzen des Geländes, das dem Auftragnehmer (BU) zur Verfügung gestellt wird und das Schaffen der notwendigen Höhenfestpunkte in unmittelbarer Nähe der baulichen Anlagen ist Sache des Auftraggebers (Bauherr).

    Die vom Auftraggber (Bauherr) zur Verfügung gestellten Geländeaufnahmen (Lageplan mit Höhen) und Absteckungen und die übrigen für die Ausführung übergebenen Unterlagen sind für den Auftragnehmer (BU) maßgebend. Jedoch hat er sie, soweit es zur ordnungsgemäßen Vertragserfüllung gehört, auf etwaige Unstimmigkeiten zu überprüfen und den Auftraggeber auf entdeckte oder vermutete Mängel hinzuweisen."

    Obiges gilt nur, wenn ein Bauvertrag nach VOB vorliegt. Wenn VOB Vertrag, ist VOB jedoch nur dann gültig, wenn der Text der VOB dem Bauherrn vom Auftragnehmer nachweislich vor Vertragsabschluß ausgehändigt wurde.

    Ich rate Ihnen, auf jeden Fall zu einer anwaltlichen Beratung!
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  13. #12
    Bauexpertenforum
    Registriert seit
    07.2003
    Beiträge
    5,056
    Darum, ob Sie Sorgfaltspflichten verletzt haben, geht es nicht. Bei der Absteckung haben Sie sich der Hilfe eines Dritten, des BU, bedient. Dessen Sorgfaltspflichtverletzung dürften Sie sich zurechnen lassen, hätten dann aber einen Rückgriffsanspruch gegen den BU.

    Klären Sie, welche Probleme/Nachteile sich aus der falschen Absteckung für Sie ergeben/ergeben können. Also: Was sagt der Nachbar, was sagt das Bauamt?

    Danach gegebenenfalls zum Anwalt.

    Vogel Strauß-Politik wäre mit Sicherheit die falsche Entscheidung.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  14. #13
    Unregistriert
    Gast
    Nochmals Danke!

    Es liegt ein Vertrag nach VOB vor.

    In der Leistungsbeschreibung ist als ein Punkt der Roharbeiten die Erstellung eines Schnurgerüstes aufgreführt. Ist aber nicht genauer spezifiziert.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  16. #14
    Bauexpertenforum
    Registriert seit
    01.2004
    Ort
    Kornwestheim
    Beruf
    Bauingenieur
    Benutzertitelzusatz
    Nachdenken kostet extra.
    Beiträge
    5,636
    @Mark, @ll: Klar mit dem Nachtragsbaugesuch/Befreiung käme man am günstigsten weg.

    Aber wie Eric anführt: Klären was gefordert ist, und das ist leider Problem des Bauherrn. Dann kommt die Frage wer muß dafür dann mit gerade stehen.
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

  17. #15
    Unregistriert
    Gast
    Ist es nicht so, dass die Frage, wer dafür geradesteht ("Freilegung von Grenzsteinen") generell beantwortbar ist, zumindest ohne zu wissen, ob und was der Nachbar fordert.

    Die Frage ist doch: Hätte ich einen Vermessungsingenieur beauftragen MÜSSEN, der die Haftung voll und ganz trägt, oder reicht die Tatsache, dass

    1. es sich um ein schlüssefertiges Haus handelt,
    2. dass das Schnurgerüst eine Leitung des BU ist.
    3. dass der BU auch der Entwurfsverfasser ist und alle erforderlichen Pläne besitzt.

    Oder andersherum: Trägt der Schnurgerüst-Ersteller (BL) bzw. dessen Chef keine Verantwortung?
    Bei Google suchen Bei Wikipedia suchen Im Forum suchen

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 21.05.2007, 17:34
  2. Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 08.12.2005, 21:58
  3. Haftung für Luftdichtigkeit
    Von H-Heinrich im Forum Spezialthema: Wind- und Luftdicht
    Antworten: 20
    Letzter Beitrag: 15.09.2004, 11:01