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  1. #1

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    Gefahr der "Klassischen Nullung"

    Hallo,

    heute ist mir was sehr skuriles widerfahren:

    Ein Freund rief mich an, ob ich bei ihm in seinem Haus mal was nachsehen könne, irgend etwas stimme da wohl an seiner Elektrik nicht.
    Das Haus ist in den 1950gern gebaut worden und verfügt in der Elektroinstallation noch über die alte "2-Draht-Verkabelung" mit nachgeschalteter "klassischen Nullung".

    Nun fiel auf, dass in 3 Räumen auf dem Schutzkontakt aller Steckdosen Spannung anliegt und auf allen Elektrischen Geräten mit Metallgehäuse, die in diesen Räumen angeschlossen waren, die Metallgehäuse unter Spannung stehen !

    Die Ursache für das Problem war, dass damals als das Haus installiert wurde, d.h. vor über 60 Jahren, in einer Verteilerdose von der Zuleitung die Phase und der Neutralleiter verwechselt wurden, d.h. man hat die Phase der Zuleitung an den Neutralleiter der abgehenden Leitungen geklemmt und da in jeder Steckdose dieser abgehenden Leitung, eine "klassische Nullung" installiert war, d.h. eine Brücke zwischen "Neutralleiter" und Schutzkontakt installiert war, lag somit an allen Schutzkontakten sowie an allen Metallgehäusen der angeschlossenen elektrischen Geräte sowie Lampen mit Metallgehäuse, die Phase an !

    Das erstaunliche daran ist jedoch die Tatsache, dass dieser Zustand seit über 60 Jahre so war und bis heute keinem etwas passiert ist und keiner etwas zuvor von diesem Fehler bemerkt hat !!!

    Ich finde das schon extrem krass !

    Gruß Peter
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  2. Gefahr der "Klassischen Nullung"

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  3. #2

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    Dann muss es sich um ein sehr trockenes Haus ohne jede metallische Rohrleitung handeln.
    Was für eine Heizung hat die Hütte denn? Kachelöfen? Wasserleitung aus PVC?

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  4. #3
    feelfree
    Gast
    Was waren das für Räume? Wenn das wirklich so war, war da halt vorher nie ein Gerät mit Schutzkontakt angeschlossen.
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  5. #4
    Themenstarter

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    War ein Schlafzimmer, ein Flur und ein BADEZIMMER.
    Die Lampe in Schlafzimmer hatte jedoch ein Metallgehäuse, dass ebenso durch die "Klassische Nullung" in Verbindung mit dem Vertauschen von Phase und Neutralleiter, unter vollen 230V stand !
    Und ja, an den Steckdosen waren augenscheinlich nur geräte die schuzisoliert sind, eingesteckt und somit zumindest keine Spannung auf dem Gehäuse anlag, dennoch, dass in 60 Jahren niemals Jemand ausversehen mal an den Schutzkontakt einer Steckdose gefasst hat, grenzt ja schon fast an ein Wunder.

    Was die Wasserleitung bzw. die Heizungsanlage betrifft, entzieht sich meiner Kenntnis, doch was hat das mit dem Fehler zu tun ?
    Wie gesagt, die 3 Räume wurden über ein 2-Leiter System (1x Phase, 1x Neutralleiter) versorgt und in der zentralen Verteilerdose wurde dann die Phase mit dem Neutralleiter verwechselt, d.h. die Phase der Zuleitung zur Verteilerdose wurde in der Verteilerdose ausversehen auf den Neutralleiter der abgehenden Leitungen verklemmt und da am Ende dieser Leitungen Steckdosen bzw. Lampen angebracht waren, bei denen man dann die "klassische Nullung" angebracht hat, d.h. man hat direkt in den Steckdosen bzw. in den Lampen eine Verbindung zwischen "Neutralleiter" und Schutzkontakt bzw. Metallgehäuse installiert und da es sich eben bei dem "Neutralleiter" dann durch die Verwechslung in der Verteilerdose um die Phase gehandelt hat, standen halt alle Schutzkontakte bzw. Metallgehäuse unter 230 V !
    Es gab ja an diesen Enden der Leitung keine weiteren Potentialausgleiche, somit kamen die Schutzkontakte ja in keinerlei Verbindung mit irgendwelchen Wasserrohren und somit spielte es ja keinerlei Rolle, wie diese Wasserrohre bzw. Heizungsrohre beschaffen waren.
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  6. #5

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    In den Fällen einer ordnungsgemäßen Klassischen Nullung enthält die zweiadrige Zuleitung allerdings (neben dem Außenleiter) eben KEINEN Neutralleiter, sondern einen PEN-Leiter (=Nulleiter), der an der Steckdose dann in Neutralleiter und Schutzleiter aufgeteilt wird (bei Altinstallationen zumeist in direkt durchgeschleifter Form).

    Da jenes Gebäude in den 1950ern erbaut wurde, könnte es sogar so sein, daß dort ursprünglich nur Steckdosen OHNE Schutzkontakt verbaut waren. Und man dann später auf Schukosteckdosen umrüstete. Somit wäre die Adervertauschung bis dahin nicht so extrem problematisch gewesen. Wenn bei der Umrüstung dann (verbotenerweise!) nur nach Farbe gearbeitet wurde und nicht überall nachgemessen, dann kann so etwas passieren.

    Muß man froh sein, daß nichts passiert ist!
    Z.B. mit einem alten Fön aus den 1960ern z.B. (damals noch mit Metallgehäuse und in Schutzklasse I) hätte diese unverantwortliche Schlamperei durchaus tödlich enden können.
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  7. #6

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    Zitat Zitat von Peter1971 Beitrag anzeigen
    ...

    Was die Wasserleitung bzw. die Heizungsanlage betrifft, entzieht sich meiner Kenntnis, doch was hat das mit dem Fehler zu tun ?
    . somit spielte es ja keinerlei Rolle, wie diese Wasserrohre bzw. Heizungsrohre beschaffen waren.
    Stand da nicht irgendwo, Du seiest Elektriker, wenn auch a.D.?

    Ich will es Dir erklären: Metallene Rohrleitungen sind neben feuchten Mauern und Böden nahezu die einzige Möglichkeit, in einem Gebäude einen Menschen auf Erdpotential zu bringen.
    Ohne Selbiges kann Jeder mit dem Außenleiter rumspielen, ohne das er was spürt.
    Gewerblich wird diese Konstellation beim Arbeiten unter Spannung im Hochspannungsbereich benutzt.
    Ich selbst habe das mit 3 Jahren schon mit einer Schere an einem Kupplungsstecker ausprobiert und einen Kurzschluss ausgelöst, aber keinerlei Spannung gespürt. Damals muß sich wohl mein späterer Berufswunsch manifestiert haben.

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  8. #7
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    @ThomasMD

    Achso meinst du das, ja klar kapier ich das, doch daran habe ich jetzt gar nicht gedacht, ich dachte bei deinem obigen Einwand mit den Rohren/Heizung eher daran, dass du da irgendwie meintest, dass es sich um einen Potentialausgleich handele und schon alleine deswegen dann ja die Sicherung rausfliegen hätte müssen (da ja dann Spannung vom "Schutzleiter" durch den Potentialausgleich auf "Erde" gekommen wäre)
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  9. #8

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    Gut, dass wir drüber geredet haben...

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  11. #9

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    Bei so einer E Anlage müssen meines erachtens nach, nach arbeiten sämtliche Steckdosen überprüft werden. Auch sollte man vielleicht eine 60Jahre alte E Anlage auch einmal erneuern lassen.
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  12. #10

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    Das erstaunliche daran ist jedoch die Tatsache, dass dieser Zustand seit über 60 Jahre so war und bis heute keinem etwas passiert ist und keiner etwas zuvor von diesem Fehler bemerkt hat !!!
    Ich hoffe für Dich und den Freund ,lt. der Berufsangabe ,was zu tun ist?
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